Filmkulisse MV : Mehr Geld für Filme gefordert

Um konkurrenzfähig zu bleiben, benötigt die Filmbranche in MV mehr Geld.
Um konkurrenzfähig zu bleiben, benötigt die Filmbranche in MV mehr Geld.

Medienbranche in MV setzt sich für konkurrenzfähige Förderung ein

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05. August 2016, 05:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern hat alles, was es für eine hervorragende Filmkulisse braucht: die Ostsee, weite Landschaften, idyllische Orte. Dennoch kämpft die Branche nach eigener Aussage ums Überleben. Das Problem: Seit Jahren fehlt es an einer kulturwirtschaftlichen Filmförderung. Produktionsteams zieht es in andere Bundesländer. Produzenten stellten daher gestern in Schwerin ein Positionspapier vor, in dem unter anderem ein Fördervolumen für Filme von 1,5 Millionen Euro gefordert wird.

Es sei „ein kleiner historischer Schritt“, meint Roland Possehl vom Vorstand des Berufsverbandes der Film- und Medienproduzenten in MV. Eine konkurrenzfähige Filmförderung sei ein wirtschaftlicher Faktor. „Jeder Euro, der hier im Land als Förderung erteilt wird, wird auch hier ausgegeben und zieht weitere Einnahmen für das Land nach sich“, meint Possehl. Andere Bundesländer, wie Schleswig-Holstein oder Brandenburg, arbeiteten mit diesem Modell bereits sehr erfolgreich. Die Förderung von Filmen schaffe Anreize auch für nationale und internationale Produktionen, nach MV zu kommen.

Dass das Interesse da sei, zeige die steigende Anzahl an Dreharbeiten seit 2013 in MV. Trotz des bisher eher kleinen Budgets von 215    000 Euro pro Jahr hätten viele künstlerisch wertvolle Filme unterstützt werden können, die auch bundesweit für Aufsehen sorgten. Zuletzt wurden Kinofilme wie „Rabbi Wolff“ und „Parchim international“ hier gedreht. Impulse für eine nachhaltige filmwirtschaftliche Struktur konnten auf diese Weise jedoch kaum gegeben werden, meint Possehl.

Die Verfasser des Papiers sprechen sich außerdem für die Vergabe von erfolgsbedingten rückzahlbaren Darlehen für die Entwicklung und Herstellung audiovisueller Medien aus. Analog zu anderen Bundesländern solle eine Fördergesellschaft als Ansprechpartner gegründet werden. In ihr könnten perspektivisch die Filmland MV gGmbH sowie MV Film e.V. aufgehen. Das Land sollte sich als Mehrheitsgesellschafter an der Fördergesellschaft beteiligen. Als weitere Partner sollten entsprechend den positiven Erfahrungen in anderen Bundesländern NDR, ZDF und die Medienanstalt gewonnen werden.

Unterzeichnet wurde das Positionspapier von Olaf Jacobs (Geschäftsführer Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktion), Volker Kufahl (Geschäftsführer Filmland MV), Sabine Matthiesen (Geschäftsführerin Filmbüro MV/Mecklenburg-Vorpommern Film) und Roland Possehl.

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