Zuschuss für Geringverdiener : Mehr Geld für Familienurlaub

Landeszuschuss für sozial Schwache steigt

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01. Februar 2018, 20:45 Uhr

Der Urlaubszuschuss des Landes für Familien mit geringem Einkommen ist so stark gefragt, dass in diesem Jahr die dafür zur Verfügung stehenden Mittel von 100.000 auf 150.000 Euro erhöht wurden. „Ich freue mich sehr über die rege Inanspruchnahme. So konnten wir im vergangenen Jahr mit 148.255 Euro einen neuen Höchststand an Bewilligungen verzeichnen“, betont Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). Dafür hätten 2017 noch Verstärkungsmittel beim Finanzministerium beantragt werden müssen. Jetzt sei von vornherein ein höherer Betrag im Haushalt eingestellt.

Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 298 Erwachsene und 442 Kinder aus Mecklenburg-Vorpommern an geförderten Familienerholungsmaßnahmen teilnehmen. Das Land beteiligt sich seit Anfang 2017 in der ersten Urlaubswoche mit 30 statt bis dahin 20 Euro pro Person an den Übernachtungskosten. Danach sinkt der Zuschuss bis auf 15 Euro für die 14. Übernachtung. „Für einen einwöchigen Urlaub erhält zum Beispiel eine vierköpfige Familie seit 2017 einen Landeszuschuss von 840 statt früher 560 Euro“, so Drese.

Informationen erhalten die Familien direkt bei den Trägern der freien Jugendhilfe, die Familienerholung anbieten, bei Familienferienstätten in MV, Jugendherbergen in MV, den Landesverbänden AWO, DRK, Paritätischer, Caritas und Diakonie oder beim Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (Lagus). Eine gute Informationsquelle im Internet sind die Familienferienstätten MV: www.ffmv.de

„Neben dem Urlaubserlebnis soll die Familienerholung dazu beitragen, den familiären Zusammenhalt zu stärken, mögliche Belastungen und Krisen abzufedern und bei Bedarf über weiterführende Hilfen zu informieren.“ Anspruchsberechtigt seien Familien und Alleinerziehende mit Bezug von Hartz IV, Wohngeld, Kindergeldzuschlag oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Ausgezahlt wird das Geld an die Träger der Familienerholungsmaßnahmen. Das sind in erster Linie Jugendherbergen und die großen Wohlfahrtsverbände. Bei ihnen müssen sich Eltern auch für die mindestens fünf-, höchstens 14-tägige Reise anmelden. Und damit sollten sie sich beeilen, rät der Sprecher des Sozialministeriums, Alexander Kujat. Denn nur so könnten sie tatsächlich zur gewünschten Zeit auch an gefragten Orten unterkommen.

Jahrelang waren die für Familienferien zur Verfügung stehenden Landesmittel nur sehr zögerlich abgerufen worden. Die Neukonzeptionierung der Richtlinie zum 1. Januar 2017 hätte das Verfahren erleichtert und den Zuschuss für Familien besser zugänglich gemacht, so Ministerin Drese. Seither stieg nicht nur der Zuschuss in der ersten Urlaubswoche, es wurde auch von Individual- auf Trägerförderung umgestellt.

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