Inklusion in MV : Mehr Förderschüler besuchen Regelschulen

<strong>In MV wird bei überdurchschnittlich vielen</strong> Kindern ein Förderbedarf festgestellt.
In MV wird bei überdurchschnittlich vielen Kindern ein Förderbedarf festgestellt.

Immer mehr Kinder mit Förderbedarf im Nordosten besuchen reguläre Schulen. Fast jeder dritte Förderschüler wird inzwischen an einer herkömmlichen Schule unterrichtet - vor vier Jahren war es erst jeder Fünfte.

svz.de von
19. März 2013, 10:48 Uhr

Schwerin | Immer mehr Kinder mit Förderbedarf in MV besuchen reguläre Schulen. Fast jeder dritte Förderschüler wird inzwischen an einer herkömmlichen Schule unterrichtet - vor vier Jahren war es erst jeder Fünfte. Das teilte die Bertelsmann Stiftung gestern in Gütersloh mit, wo eine Studie zur so genannten Inklusion vorgestellt wurde. "Die Inklusion in Mecklenburg-Vorpommerns Schulsystem kommt voran", lobte die Stiftung.

Mit einem Anteil von 30,4 Prozent aller Förderschüler, die eine reguläre Schule besuchen, liege der Nordosten sogar über dem Bundesdurchschnitt von 25 Prozent. Hintergrund ist, dass in MV seit drei Jahren keine Erstklässler mit Förderbedarf beim Lernen oder der emotionalen Entwicklung mehr in Förderschulen eingeschult werden. Allerdings habe MV im Ländervergleich nach wie vor den höchsten Anteil von Sonderschülern an der Gesamtschülerschaft, heißt es in der Studie. Im vergangenen Schuljahr besuchten demnach 7,6 Prozent aller Schüler im Nordosten eine Förderschule. Bundesweit sind es der Stiftung zufolge nur 4,8 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern wird bei überdurchschnittlich vielen Kindern ein Förderbedarf festgestellt, hieß es weiter. Der Nordosten sei das einzige Bundesland, in dem mehr als jedes zehnte Kind als förderbedürftig eingestuft wird. Die Förderquote sei zwar seit 2009 von 11,7 auf 10,9 Prozent zurückgegangen, liege aber noch weit über dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent.

Bundesweit kommt der angestrebte gemeinsame Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung nur in kleinen Schritten voran. Vor vier Jahren hatte Deutschland sich verpflichtet, Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten. Die heutige Quote von 25 Prozent (Schuljahr 2011/2012) lag 2009 noch bei 18,4 Prozent. Trotz des steigenden Inklusionsanteils ist der Schüleranteil der Sonderschulen nur gering gesunken. 2009 gingen 4,9 Prozent der Betroffenen nicht auf eine reguläre Schule. Aktuell sind es 4,8 Prozent. Das belege, so Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, dass das Doppelsystem aus Regelschule und Förderschulen unverändert Bestand habe.

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