Wirtschaft : Mehr Fördergeld für Forschung und Entwicklung in MV-Firmen

Für unternehmensnahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr Fördergeld.

Für unternehmensnahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr Fördergeld.

In Mecklenburg-Vorpommern mangelt es an großen Industrieunternehmen und damit zwangsläufig auch an Produkt- und Technologieforschung. Der Öffentlichen Hand kommt damit eine besondere Bedeutung bei der Innovationsförderung zu. Und die greift nochmals in die Tasche.

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12. November 2018, 18:26 Uhr

Für unternehmensnahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr Fördergeld. Wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Montag in Schwerin mitteilte, stehen bis 2020 nun 50 Millionen Euro zusätzlich aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit. „Brüssel hat uns grünes Licht hierfür gegeben“, sagte Glawe. Die Mittelumschichtung wurde laut Ministerium unter anderem durch spürbare Einschränkungen bei der Investitionsförderung für Großunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern möglich.

Bislang waren in der laufenden EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 für die Unterstützung von Forschung und Entwicklung 168 Millionen Euro eingeplant. Der Großteil dieser Mittel sei bereits gebunden. Mit den zusätzlichen Fördermillionen solle die Innovationskraft der regionalen Wirtschaft nun einen zusätzlichen Schub erhalten. „Wichtig ist, dass mit der Technologieförderung mehr marktfähige Produkte entstehen, die international wettbewerbsfähig sind. Dies schafft auch mehr zukunftsorientierte Arbeitsplätze im Land“, sagte der Minister.

Bislang 310 Projekt mit rund 117 Millionenn gefördert

Laut Glawe wurden bislang 310 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit einem Fördervolumen von rund 117 Millionen Euro unterstützt. Zwei Drittel der Gelder gingen an sogenannte Verbundprojekte, bei denen Unternehmen und Hochschulen zusammenarbeiten. Mit den zusätzlichen Mitteln solle insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen geholfen werden, ihre Produktionsprozesse mittels digitaler Lösungen zu optimieren. Die Einzelförderung kann laut Glawe maximal 200 000 Euro betragen. Neu hinzukomme die Förderung von Investitionen in Anlagen und Datenübertragungstechnik, die der Umsetzung von vorher durchgeführten Prozessinnovationen dienen. „Damit sollen Digitalisierungslösungen vom Schreibtisch in die Praxis überführt werden“, erklärte Glawe.

Er kündigte an, dass sein Ministerium zwei Beteiligungsfonds auflegen werde, um technologieorientierte Existenzgründer und bestehende Unternehmen zu unterstützen. Möglich seien dabei stille und offene Beteiligungen im Bereich Forschung und Entwicklung sowie bei der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle. Für beide Fonds stünden insgesamt 25 Millionen Euro zur Verfügung, 10 Millionen davon als Risikokapital.

In der Vorwoche hatte der Bund nach Abschluss der Etatplanungen für 2019 Millionen-Zuschüsse für zwei Forschungseinrichtungen im Nordosten angekündigt. So soll am Ocean Technology Center in Rostock ein drittes Fraunhofer-Institut entstehen, an dem sich der Bund mit 24 Millionen Euro beteiligt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt soll in Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte) ein neues Institut zu Beobachtung und Vorhersage des Weltraumwetters erhalten, das der Bund jährlich mit 6 Millionen Euro fördert.

„Zukunftsindex“: Rostock von 71 Städten nur auf Platz 45

Mangels großer Konzerne mit eigenen Forschungsabteilungen kommt in Mecklenburg-Vorpommern der Öffentlichen Hand eine besondere Bedeutung bei der Innovationsförderung zu. In dem in der Vorwoche von der„ Wirtschaftswoche“ veröffentlichten „Zukunftsindex“ war Rostock unter 71 deutschen Großstädten auf Rang 45 eingestuft worden. Dabei hatten die Autoren dem Wirtschafts- und Wissenschaftszentrum im Nordosten eine drastisch sinkende Dynamik attestiert. Rostock rutschte in dieser Betrachtung um 19 Plätze auf Rang 48 ab und war damit größter Verlierer unter den beteiligten Städten.

Für die jährliche Untersuchung vergleicht die Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft die Wirtschaftskraft, Veränderungsraten bestimmter Indikatoren sowie Zukunftsperspektiven aller kreisfreien Städte in Deutschland mit mehr als 100 000 Einwohnern. Verschiedenste Faktoren aus Bereichen wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien, Forschungsstärke, Industrie der Zukunft und Lebensqualität werden dafür analysiert.

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