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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 01:23 Uhr

Euro-Banknoten : Mehr Fälle von Falschgeld

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Besonders viele gefälschte 20-er aus dem Verkehr gezogen . Neue Scheine sind verführerisch für Betrüger

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2016 | 20:45 Uhr

Die Zahl der Falschgeld-Delikte in Mecklenburg-Vorpommern geht weiter nach oben. Im ersten Halbjahr 2015 wurden in 442 Fällen Falsifikate entdeckt, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es bereits 512 Fälle, wie die Leiterin der Fachdienststelle Falschgeld im Landeskriminalamt (LKA), Daniela Dikty, sagte. Allerdings wurden insgesamt im Vergleichszeitraum weniger „Blüten“ sichergestellt. Die Zahl der nachgeahmten Geldscheine ging im Halbjahresvergleich von 747 auf 585 zurück.

In den letzten zwei Jahren hatte sich die Zahl der entdeckten falschen Euro-Banknoten jeweils verdoppelt – von 306 im Jahr 2013 auf 619 (2014) und 1172 (2015). Auch dieses Jahr sei tendenziell wieder mit einer Zunahme zu rechnen, meinte Dikty.

„Beim Falschgeld gibt es keine großen saisonalen Schwankungen in Mecklenburg-Vorpommern“, schätzte sie ein.

Zwar seien bei den seit 2013 schrittweise eingeführten neuen Euro-Scheinen die Sicherheitsmerkmale sehr viel schwerer zu kopieren. Doch Fälscher und Verteiler setzten auf das noch verbreitete Unwissen der Verbraucher im Umgang mit den neuen Banknoten, sagte eine Sprecherin der Behörde. In der Vergangenheit seien besonders viele gefälschte 20-er-Scheine aus dem Verkehr gezogen worden.

Mit der Einführung des neuen 50-ers sei ab April nächsten Jahres nun eine Zunahme falscher 50-Euro-Noten zu erwarten. Die Herausgabe neuer Scheine lade Betrüger regelrecht dazu ein, täuschend echt aussehende Falsifikate zu entwickeln, hieß es vom LKA. Hochburgen der Fälscherwerkstätten befänden sich seit Jahren im Raum Neapel (Italien), aber auch in Bulgarien. In der Türkei flog 2015 eine Münzfälscherwerkstatt auf.

Anfang März war in Landshut (Bayern) eine florierende Falschgeld-Werkstatt zweier junger Männer ausgehoben worden, die sowohl die Bestellung der Hologramme als auch den Vertrieb der in einer Garage gedruckten „Blüten“ über das sogenannte Darknet abwickelten. Auch ein 26 Jahre alter Greifswalder hatte in Landshut bestellt. „Jüngere Fälscher und Verausgaber steigen immer mehr aufs Internet beziehungsweise das Darknet um“, beobachten die Experten vom LKA Mecklenburg-Vorpommern.

Im Darknet könne man inzwischen einzelne „Zutaten“ wie Hologramme als Aufkleber etwa in China bestellen oder auch einzelne Scheine, ganze Bündel oder Banknoten-Sets mit diversen Werten. Auch Bewertungen zur Qualität der Ware ähnlich den Hotel- oder Restaurantkritiken ließen sich auf den Portalen der Betrüger abgeben. „Die Ausmaße sind schwer überschaubar, im Darknet sind Verteiler und Nutzer schwer zu finden“, meinte Dikty.

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