Wirtschaft MV : Mehr Einkommen durch Mindestlohn

 

 

Neues Gesetz als Erfolgsmodell: Löhne in MV seit 2015 um 11,5 Prozent gestiegen

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26. Februar 2018, 11:45 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Löhne seit 2015 um 11,5 Prozent gestiegen und damit doppelt so schnell wie in ganz Deutschland. Der überdurchschnittliche Zuwachs ist nach Überzeugung des DGB nicht nur in der guten Konjunktur begründet. Mitentscheidend sei die Anfang 2015 gesetzte Lohnuntergrenze von damals 8,50 Euro und jetzt 8,84 Euro je Stunde. „Der gesetzliche Mindestlohn hat entgegen allen Unkenrufen für viele mehr Lohn und der Wirtschaft mehr Beschäftigung gebracht“, konstatierte DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn.

Die heftige Kritik aus dem Unternehmerlager ist  leiser geworden und bezieht sich nun nur noch auf  die aufwendige Dokumentationspflicht für die Arbeitszeit .„Gefordert ist weiterhin mit Nachdruck die Entlastung vom bürokratischen Aufwand für die Betriebe“, sagte Sven Müller, Geschäftsführer des Arbeitgeber-Dachverbandes VUMV. Seinen Angaben zufolge hatte der Mindestlohn zu Beginn in Handwerk, Mittelstand und Gastronomie bis zu 20 Prozent höhere Personalkosten gebracht, die meist nicht über Preiserhöhungen hätten abgefedert werden können. Anpassungen beim Personal  oder bei den Arbeitszeiten seien daher teilweise die Folge gewesen.

 

Nach DGB-Erhebungen hat der Mindestlohn in Mecklenburg-Vorpommern vor allem in zwei für die Wirtschaft des Landes bedeutsamen Branchen Bewegung gebracht. Im Gastgewerbe habe der Lohnzuwachs für Un- und Angelernte mit knapp 17 Prozent doppelt so hoch gelegen wie im Bundesdurchschnitt. Auch in der ebenfalls für ein eher geringes Lohnniveau bekannten Ernährungswirtschaft gab es kräftige Sprünge. „Im Bäckerhandwerk haben wir Lohnsteigerungen von teilweise 23 Prozent. Bei Löhnen von zuvor nur wenig über sechs Euro war das ja auch längst überfällig“, berichtete Jörg Dahms von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Trotz des jüngsten Lohnzuwachses bleiben die Einkommen in MV die niedrigsten bundesweit. Der Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit zufolge betragen die Bruttoarbeitsentgelte für Vollzeitbeschäftigte im Nordosten 2306 Euro im Monat und liegen damit um rund 800 Euro unter Westniveau.

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