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Tatort deutsch-polnische Grenze : Mehr Diebstähle in der Grenzregion

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Vor wenigen Tagen hat ein Polizei-Großaufgebot einen 21-Jährigen Autodieb im Kreis Vorpommern-Greifswald gefasst. Die Schlagzeilen häufen sich - fünf Jahre nach dem Beitritt Polens zum Schengener Abkommen.

svz.de von
erstellt am 21.Dez.2012 | 05:42 Uhr

Neubrandenburg | Tatort deutsch-polnische Grenzregion: Erst vor wenigen Tagen hat ein Polizei-Großaufgebot bei einer filmreifen Verfolgungsjagd mit Hubschrauber den Dieb eines hochwertigen BMW X6 gefasst. Der 21-Jährige konnte nur durch einen Warnschuss gestoppt werden, als er bei Gützkow im Kreis Vorpommern-Greifswald bereits zu Fuß flüchtete. Die Schlagzeilen scheinen sich zu häufen - fünf Jahre nach dem Beitritt des Nachbarlandes zum Schengener Abkommen, das den freien Personen- und Warenverkehr garantiert.

"Einen Nutzen aus den offenen Grenzen ziehen laut polnischer Pressemeldungen vor allem Drogen- und Zigarettenschmuggler sowie Autodiebe. Im Rekordjahr 2010 beschlagnahmte der polnische Grenzschutz Zigaretten im Wert von etwa fünf Millionen Euro, im Jahr 2007 belief sich diese Summe auf ,nur 2,6 Millionen Euro", konstatiert Eckhard Behr, Sprecher der Industrie- und Handelskammer in Neubrandenburg, die naturgemäß ein großes Interesse an einer stabilen inneren Sicherheit hat, um Handel und Wandel zu gewährleisten. Dank der intensiven Zusammenarbeit der Justiz- und Strafverfolgungsbehörden auf deutscher und polnischer Seite bewege sich die Aufklärungsrate aber auf einem sehr hohen Niveau, so Behr. Insgesamt sei die Zahl der Straftaten rückläufig, wenngleich die Zahl der Wohnungseinbrüche und Diebstähle vor allem im deutschen Grenzgebiet eine leicht steigende Tendenz aufweise.

Die Einschätzung stützt auch die Statistik der Polizei. Die Anzahl der registrierten Diebstähle sei im grenznahen Raum (Landkreis Vorpommern-Greifswald) von 2007 mit 10 184 Fällen auf 8001 Fälle im Jahre 2009 zurückgegangen (- 21,4 Prozent), sagte ein Sprecher des Präsidiums Neubrandenburg. Danach sei jedoch ein Straftatenanstieg zu verzeichnen. Die Fallzahl stieg von 2009 bis 2011 um 8,6 Prozent (+ 688 Straftaten) auf 8689 Fälle. Betrachte man den Zeitraum der letzten fünf Jahre, reduzierte sich die Fallzahl von 2007 bis 2011 um 14,7 Prozent (- 1495 Straftaten). Beim Diebstahl unter erschwerenden Umständen ging die Fallzahl von 2007 - nach einem Anstieg im folgenden Jahr - ebenfalls bis zum Jahre 2009 zurück. 2009 wurden in diesem Bereich 25,4 Prozent (- 1569) weniger Straftaten registriert. "Mit Blick auf die Kriminalitätsentwicklung verkennen wir auch nicht die sich aus der Transitlage Mecklenburg-Vorpommerns ergebende Problematik und auch nicht die Gefahr einer möglichen Kriminalitätsverschiebung aus anderen Bundesländern zu uns. Auch hier ist die Grenzregion wegen seiner Lage besonders berührt", sagte der Polizei-Sprecher. Den örtlichen Schwerpunkt der nichtdeutschen Tatverdächtigen bilde die Polizeiinspektion Anklam. Rund 60 Prozent der polnischen Tatverdächtigen des Landes M-V seien im Zuständigkeitsbereich der PI Anklam ermittelt worden. Um die grenzüberschreitende Kriminalität wirksam zu bekämpfen, seien Anhalte- und Sichtkontrollen intensiviert worden, sagte der Sprecher. Zudem werde regelmäßig ein Lagebild in enger Abstimmung der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern, mit der Landespolizei Brandenburg, der Bundespolizei und den polnischen Sicherheitsbehörden erstellt. Hinzu kämen Großkontrollen in Zusammenwirken mit der Bundespolizei und dem Zoll. Schließlich biete die Polizei in der Region eine Vielzahl von Präventions- und Informationsveranstaltungen.

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