Mecklenburg Vorpommern : Mehr Bodenschutz gefordert

Umweltschützer: Feldhecken-Programm und Winterbegrünung helfen

svz.de von
06. April 2015, 20:55 Uhr

Die Verschlechterung der Böden hat nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz  dramatische Dimensionen erreicht. „Wir wissen, dass mehr als die Hälfte der Böden im Land stark und mittelstark erosionsgefährdet ist“, sagte der BUND-Agrarexperte Burkhard Roloff vor dem Jahrestag der Massenkarambolage in einem Sandsturm auf der A 19. Am 8. April 2011 waren bei Rostock mehr als 80 Fahrzeuge ineinandergerast. Acht Menschen starben, rund 130 wurden verletzt. Roloff zufolge flogen feine Humuspartikel von einem Acker durch die Luft und nahmen den Autofahrern die Sicht. Das passiere, wenn auf den riesigen Schlägen Feldhecken fehlen und die industriellen Pflanzen- und Tierproduzenten nur mit Kunstdünger arbeiten, erklärte Roloff.   Dann würden die Böden Eigenschaften wie die Wasserhaltefähigkeit und das Wasseraufnahmevermögen verlieren.

Für die gefährdeten Schläge würden standortangepasste Nutzungskonzepte gebraucht, um Wind- und Bodenerosion zu verhindern. Roloff forderte die Landesregierung auf, ein Feldhecken-Programm aufzulegen. Die Anlage und Pflege von mehrreihigen Feldhecken könnte als Agrarumweltmaßnahme gefördert werden. Im Winter dürften die Felder nicht brach liegen, sondern brauchten eine Winterbegrünung. Langfristig empfahl er die Umstellung auf ökologischen Landbau. Weiter forderte der BUND ein Bodenschutzprogramm für MV und als Voraussetzung dafür den aktuellen Bodenzustandsbericht, der bereits 2013 fertig sein sollte.

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