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Falschgeldhandel : Mehr Blüten trotz Eurokrise

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Trotz Eurokrise blüht der Falschgeldhandel in MV. 321 falsche Geldscheine wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres aus dem Verkehr gezogen. Das sind 25 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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erstellt am 15.Okt.2012 | 07:22 Uhr

Schwerin | Trotz Eurokrise blüht der Falschgeldhandel in Mecklenburg-Vorpommern. 321 falsche Geldscheine wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres aus dem Verkehr gezogen. "Das sind 25 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres", sagte Michael Schuld, Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Rampe bei Schwerin.

Sogar verdreifacht hat sich die Anzahl falscher 20-Euro-Scheine. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden 160 gefälschte 20-Euro-Banknoten festgestellt - im Jahr 2011 waren es bis Anfang Oktober lediglich 59 Banknoten. Die Qualität der Fälschungen schätzt das LKA als gut ein. "Die falschen Scheine sind meistens nicht an der Kasse, sondern erst in Banken oder Sparkassen aufgefallen", sagte LKA-Sprecher Michael Schuldt.

Ein deutlicher Rückgang ist allerdings bei falschen Fünfzigern zu verzeichnen. Wurden im vergangenen Jahr noch 137 gefälschte 50-Euro-Scheine festgestellt, waren es in diesem Jahr nur noch 65. "50-Euro-Scheine werden an Kassen häufiger kontrolliert", so LKA-Sprecher Schuldt.

Der Schaden, der vor allem dem Handel und der Gastronomie entstand, betrug im ersten Halbjahr 2012 etwa 13 000 Euro - 2400 Euro mehr als im ersten Halbjahr 2011. Vor allem in der Region Rostock seien die Blüten in Umlauf gebracht worden.

Die Anzahl gefälschter Münzen stieg laut LKA in den ersten sechs Monaten um acht Prozent auf 902 Stück. Zumeist wurden Zwei-Euro-Münzen in den Umlauf gebracht.

Dabei entwickelt sich die Falschgeld-Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern entgegen dem Bundestrend. Die Zahl der entdeckten falschen Euro-Banknoten ging im gesamten Bundesgebiet 2011 um 40 Prozent auf 54 427 zurück, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden berichtete. Der Nennwert des Falschgeldes reduzierte sich aber nur leicht von 6,8 Millionen Euro auf 6,5 Millionen Euro.

Die meisten falschen Banknoten und Münzen werden in Südeuropa hergestellt. Hauptherkunftsländer sind Bulgarien und Italien. Nördlich von Neapel soll die Hochburg der Fälscher liegen. Die Hälfte aller in Europa sichergestellten Euro-Blüten stammten aus der von der neapolitanischen Camorra unterwanderten Region Kampanien, zitieren Medien Alessandro Gentili, Chef der Anti-Falschgeld-Abteilung der Polizei in Rom.

Aber auch in Norddeutschland wird Falschgeld gedruckt. Erst im vergangenen Monat haben Ermittler des LKA in Schleswig-Holstein in der Nähe von Reinbek (Kreis Stormarn) einen mutmaßlichen Hersteller von Falschgeld festgenommen. Der Mann steht im Verdacht, falsche 20-, 50- und 100-Euro-Noten hergestellt und verbreitet zu haben, wie das LKA in Kiel mitteilte. Zuvor waren im südlichen Schleswig-Holstein und in Hamburg etwa 40 falsche Geldscheine aufgetaucht.

"Auch wenn der Anteil der Fälschungen gemessen an der Anzahl echter Eu ros weiterhin sehr gering ist, sollte Bargeld aufmerksam geprüft werden, denn für Falschgeld gibt es keinen Ersatz", mahnt das LKA in Schwerin. Die Echtheit lasse sich mit dem Test "Fühlen-Sehen-Kippen" und durch Vergleich mit anderen Scheinen überprüfen.

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