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Antragsverfahren für Hochschulen läuft : Mehr Bewerber als Studienplätze

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An den von Finanzsorgen geplagten Universitäten im Land läuft das Bewerbungsverfahren für Fächer mit einer Zulassungsbeschränkung. Es ist zu erwarten, dass im Wintersemester die Kapazitäten ausgelastet sein werden.

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erstellt am 28.Jul.2013 | 06:48 Uhr

Rostock | An den von Finanzsorgen geplagten Universitäten im Land läuft das Bewerbungsverfahren für Fächer mit einer Zulassungsbeschränkung. Es ist zu erwarten, dass im Wintersemester 2013/14 angesichts hoher Abiturientenzahlen die Kapazitäten wie in den Vorjahren ausgelastet sein werden. "Dabei gibt es teils krasse Fehlverhältnisse zwischen Bewerbern und Studienplätzen", sagte der Sprecher der Universität Rostock, Ulrich Vetter. So gibt es bislang 1698 Bewerber für 165 Studienplätze für das Lehramt an Grundschulen. Noch schlimmer sieht es bei der Sonderpädagogik aus: 1018 Bewerber stehen 82 Studienplätzen gegenüber. Auch für die 79 Studienplätze in den Biowissenschaften gibt es zwölfmal mehr Bewerber als Plätze.

Von ähnlichen Missverhältnissen kann auch Babette Verclas von der Universität Greifswald berichten. Für die 180 Studienplätze in der Humanmedizin liegen derzeit 2078 Bewerbungen vor, 443 junge Leute bewarben sich für 45 Zahnmedizin-Plätze. Aktuell studieren in Greifswald rund 11 200 Studenten. Nach Vetters Worten ist die Rostocker Uni mit insgesamt rund 15 000 Studierenden sehr gut ausgelastet. Tendenziell sinken in Rostock die Bewerberzahlen, was aber an der Gesamtzahl der Studentenzahlen nichts ändern werde. "Wir wünschen uns in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen eine größere Nachfrage", sagte Vetter. So klaffe eine Lücke bei den Angeboten für Informatik, Elektrotechnik oder Maschinenbau und der noch zu geringen Nachfrage. Diese soll nun mit gezieltem Marketing geschlossen werden.

Die Hochschule Neubrandenburg mit derzeit 2100 Studenten verzeichnet aktuell ein Bewerbungsplus von gut vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Das ist sehr zufriedenstellend", sagte Sprecherin Regina Kraut. Vor allem die neuen Angebote der Hochschule wie der Fernstudiengang "angewandte BWL" oder "Berufspädagoge für Gesundheitsfachberufe" erlebten einen regelrechten Ansturm. Auch der Studiengang Gesundheitswissenschaften sei besonders nachgefragt. Wegen der hohen Nachfrage werde die Hochschule erstmals Platzprobleme bekommen, sagte Kraut.

Nach Angaben der Hochschule Wismar ist bereits jetzt der Bewerberstand vom Vorjahr erreicht, es gebe die Tendenz zu einer höheren Zahl, sagte Sprecher Jan Putensen. Mitte September 2012 hatten sich rund 4200 junge Leute gemeldet, 7500 Studenten sind derzeit an der Technikhochschule immatrikuliert.

Nachholbedarf haben fast alle Hochschulen bei der Zahl der Ausländer. So studierten in Rostock im Wintersemester 2012/13 genau 884 Studenten mit ausländischem Pass, was einem Anteil von 5,9 Prozent entspricht. Auch die Greifswalder Universität verzeichnet einen Ausländeranteil von sechs Prozent. Acht Prozent Ausländeranteil kann die Hochschule Wismar aufweisen, nur drei Prozent die Neubrandenburger. Im bundesweiten Hochschulschnitt waren es 2012 rund 11 Prozent. Beim Punkt Ausländer hat die Hochschule für Musik und Theater in Rostock mit Abstand und zumindest auf Landesebene unschlagbar die Nase vor: 32 Prozent der Studenten haben keinen deutschen Pass.

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