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Anders Geplant : Mehr Bafög für weniger Geförderte

vom
Aus der Onlineredaktion

Gesetzesnovelle erzielt den gewollten Effekt nicht

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Geplant war das anders: Als die Bundesregierung 2014 eine Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (Bafög) auf den Weg brachte, sollte damit bis zu 110 000 weiteren jungen Menschen die Tür zur staatlichen Ausbildungsförderung geöffnet werden. Tatsächlich aber ist seitdem die Zahl der Bafög-Empfänger bundesweit rückläufig, wie aus der Antwort des Bundesbildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht. Bezogen 2014 noch durchschnittlich 596 380 Schüler und Studenten Bafög, rechnet die Bundesregierung für 2018 jetzt mit 568 000 Geförderten.

In MV ist die Zahl der geförderten Studierenden nach Angaben des Bildungsministeriums seit Inkrafttreten des geänderten Gesetzes im August 2016 mit 6800 annähernd konstant geblieben. Die Anzahl der geförderten Schüler ist in diesem Zeitraum um 100 – das entspricht etwa drei Prozent – gesunken. Ursachen für diese Entwicklung gibt es nach Auffassung von Ministeriumssprecher Henning Lipski gleich mehrere: Zum einen spiegelt sich hier die positive und stabile Einkommensentwicklung der Eltern wieder. Auch der Rückgang der Zahl der Schülerinnen und Schüler in Vollzeitausbildung sowie die gleichbleibende Zahl der Studierenden finden ihren Niederschlag.

Positiv hat sich die Höhe der Förderung entwickelt: Der monatliche Förderungsbetrag stieg bei den Schülern in MV von 431 auf 447 Euro und bei den Studierenden von 481 auf 522 Euro, so Ministeriumssprecher Lipski. Die Kehrseite ist allerdings, dass die Ausgaben für das Bafög – seit 2015 trägt sie ausschließlich der Bund – in diesem Jahr deutlich steigen dürften: Prognosen gehen bei den Schülerinnen und Schülern von einem Plus von 6,5 Prozent, bei Studierenden von plus sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Abschließende Zahlen für 2017 werden allerdings erst vorliegen, wenn zu Schuljahres- bzw. Semesterbeginn gestellte Bafög-Anträge bearbeitet sein werden. Wegen erhöhter Freibeträge und höherer Zuschläge lohnt ein Antrag jetzt für viele.

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