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Kriminalität in MV : Mehr Attacken gegen Staatsdiener

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt reagiert mit neuem Sicherheitskonzept auf erhöhet Gewaltbereitschaft. Beamtenbund fordert mehr Respekt

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2017 | 20:00 Uhr

Pöbeleien und fliegende Stühle im Job-Center, Beschimpfungen im Ordnungsamt, Drohungen in der Ausländerbehörde, Attacken auf Polizeibeamte: Beamte und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern sind immer öfter Attacken ungehaltener Bürger und Antragsteller ausgesetzt. Es gebe immer mal Vorfälle, berichteten gestern die Stadtsprecher Schwerins und Rostocks, Michaela Christen und Ulrich Kunze. Mitarbeiter würden beschimpft, manchmal auch angegriffen, ergab eine Umfrage in Städten Mecklenburg-Vorpommerns. Die Hemmschwelle sinke, meint Regine Rothe, Chefin des Schweriner Job-Centers. Es werde randaliert, Stühle werden geworfen, Schreibtische: Die Aggressivität wachse.

Es komme immer öfter zu Gewalt gegen Beschäftigte, kritisierte Klaus Dauderstädt, Bundesvorsitzender des Beamtenbundes (dbb) gestern auf der dbb-Jahrestagung in Köln. Vor allem auch Polizisten bekämen den Druck zu spüren: In MV waren 2015 insgesamt 559 Gewaltstraftaten gegen Polizeivollzugsbeamte begangen worden. Die Beschäftigten würden von der Politik zu gering geschätzt und von den Bürgern zu wenig respektiert, meinte Dauderstädt und forderte vom Dienstherrn, der Arbeitgeber Staat sei verpflichtet, seinen Mitarbeitern auch konkrete Unterstützung anzubieten.

Harte Zeiten ebenfalls in Stralsund: Bislang sei es zwar nicht zu Übergriffen und Handgreiflichkeiten gekommen, erklärte Stadtsprecher Peter Koslik. Aber: „Der Ton auf der Straße wird rauer.“ Vor allem Politessen bekämen die schärfere Gangart zu spüren.

Die Kommunen reagieren: Die Stadt Schwerin setzt jetzt ein neues Sicherheitskonzept im Stadthaus durch. Künftig würden schärfere Zugangsregeln für das Stadthaus gelten, heißt es bei der Stadt. Es gebe Notfallsysteme. Auf den Verwaltungsfluren patrollierten Sicherheitstrupps, die von den Mitarbeitern im Gefahrenfall per Notruftaste geholt werden können.

Auch in Rostock steigt die Wachsamkeit: In den dezentralen Stadtverwaltungen seien teilweise Sicherheitsdienste verstärkt worden, so ein Sprecher. Zudem werde durch Deeskalationstraining für die Mitarbeiter versucht, schon früh Situationen zu entspannen. Klare Kante gegen Randalierer und Angreifer auch im Job-Center: Zu den Öffnungszeiten sei ein Sicherheitsdienst im Einsatz. Gewalt in jeder Form werde geahndet und beispielsweise auch ein Hausverbot ausgesprochen, erklärte Rothe: „Jeder Fall wird angezeigt.“ 

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