Steigende Ausgaben : Mehr Asyl-Leistungen

 
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Zahl der Asylbewerber in MV nimmt gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte zu / Unterkünfte werden knapp

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13. August 2015, 08:00 Uhr

Der Zuwachs an Asylbewerbern macht sich auch an steigenden Ausgaben bemerkbar. Wie das Statistische Amt gestern in Schwerin mitteilte, bezogen Ende 2014 in Mecklenburg-Vorpommern 6762 Menschen Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Das sei ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 55 Prozent gewesen. Innerhalb der zurückliegenden fünf Jahre habe sich die Zahl der Leistungsbezieher um fast das Dreifache erhöht, hieß es.

Das Geld vom Bund geht im Regelfall aber nicht direkt an die Asylbewerber, sondern wird zur Begleichung der Kosten für Ernährung, Unterkunft, Heizung, Kleidung sowie Gesundheitsfürsorge eingesetzt. Neben den Regelleistungen können auch Mittel für spezielle Bedarfe gewährt werden. 2014 erhielten 3165 Flüchtlinge parallel zu den Regelleistungen solche besonderen Leistungen. Für 87 Prozent der Fälle waren Krankheit, Schwangerschaft oder Geburt der Grund.

Wie aus der Statistik weiter hervorgeht, stammten im Vorjahr 39 Prozent der Asylbewerber aus Europa, zumeist aus Russland, der Ukraine und Serbien. 35 Prozent kamen aus Asien, vorwiegend aus Syrien und Afghanistan. 22 Prozent der Flüchtlinge stammten aus Afrika, die meisten aus Ghana, Eritrea und Ägypten. 69 Prozent der Leistungsbezieher waren zwischen 18 und 64 Jahren alt, nur ein Prozent war älter. Fast zwei Drittel waren männlich. Unter den Regelleistungsempfängern waren 1192 Ehepaare, die mit minderjährigen Kindern kamen.

Wegen der anhaltend hohen Zahl von Asylbewerbern werden auch in MV Interimslösungen zu deren Unterbringung immer wahrscheinlicher. „Die vorhandenen Unterkünfte sind vielfach schon deutlich überbelegt. Das betrifft insbesondere die Erstaufnahmeeinrichtungen. Wir müssen nach neuen Lösungen suchen, wollen aber den Aufbau von Zeltstädten wie in anderen Bundesländern so lange wie möglich vermeiden“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) in Schwerin. Er kündigte ein Treffen mit allen Landräten und Oberbürgermeistern an, bei dem über die Unterbringung der Flüchtlinge beraten werden solle.

Neben der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Horst bei Boizenburg hatte das Land eine Außenstelle im Süden Schwerins eingerichtet. Statt der vorgesehenen 650 Flüchtlinge beherbergt Horst derzeit rund 850, zum Teil auch in Containern. In Stern-Buchholz sind die neu geschaffenen 450 Plätze ebenfalls schon überbelegt. In den Räumen einer beruflichen Schule in Bad Doberan richtete der Landkreis Rostock gestern eine Notunterkunft für die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen ein. Dort sollen zunächst 22 Menschen untergebracht werden.

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