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Arbeitsmarkt : Mehr Arbeitslose als im Dezember - aber weniger als vor einem Jahr

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Mecklenburg-Vorpommerns Unternehmen halten ihr Personal fest. Die Gefahr des Jobverlustes ist heute deutlich geringer als vor einem Jahr.

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2017 | 18:54 Uhr

Die Kälte und die Tourismusflaute im Januar haben die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern steigen lassen. Im Vergleich zum Dezember wuchs sie um 7500 auf 85 400, die Erwerbslosenquote stieg von 9,4 auf 10,3 Prozent. Der jahreszeitlich bedingte Anstieg sei aber geringer ausgefallen als vor einem Jahr, teilte die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Kiel mit. Erstmals in einem Januar seit der Wiedervereinigung liege die Zahl der Erwerbslosen unter 90 000. Die Erwerbslosenquote hatte vor einem Jahr noch 11,5 Prozent betragen.

Die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, sagte, es sei deutlich zu sehen, dass die Unternehmen ihr Personal zu halten versuchen. „Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit ist im Vergleich zum Januar des Vorjahres um 2000 oder 13,9 Prozent zurückgegangen.“

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sieht das ähnlich: „Es zeigt sich, dass die Unternehmen im Land intensiv daran arbeiten, auch wetterbedingte saisonale Schwankungen ohne größere Entlassungen auszugleichen.“ Langfristig aufgebautes Wissen der Beschäftigten werde so in den Betrieben gehalten.

Am besten sieht der Arbeitsmarkt im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 6,9 Prozent Erwerbslosigkeit aus. Dort ist die Quote inzwischen niedriger als in Hamburg (7,2 Prozent) und Schleswig-Holstein (7,7 Prozent). Die Region im Südwesten des Landes profitiert von einer Vielzahl von Industrieunternehmen und der Nähe zu den Arbeitsmärkten Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die höchste Quote verzeichnete der touristisch geprägte Landkreis Vorpommern-Rügen mit 13,5 Prozent. In Schwerin waren Ende Januar 10 Prozent arbeitslos, in Rostock 9,8 Prozent.

Von der Verbesserung der Arbeitsmarktlage im Jahresvergleich profitierten Haupt-Koopmann zufolge alle Gruppen von Jobsuchenden mit Ausnahme der Ausländer. Das treffe auch auf die Gruppe der Langzeitarbeitslosen zu. „Das ändert jedoch nichts an der Bedeutung des Themas: Die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist und bleibt für mich eine der größten Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Haupt-Koopmann.

Laut Statistik sind fast 28 000 Erwerbslose im Land länger als ein Jahr ohne Job. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linken im Landtag, Helmut Holter, forderte mehr öffentlich geförderte Beschäftigung.

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