Wirtschaft MV : Mehr Arbeit für weniger Geld

Politiker aller Parteien in MV sprachen sich mit dem Gesetz für mehr Transparenz in Sachen Steuerverwendung aus.

Politiker aller Parteien in MV sprachen sich mit dem Gesetz für mehr Transparenz in Sachen Steuerverwendung aus.

Die Beschäftigten im Land befinden sich im Lohnkeller. Mit 59 Arbeitsstunden mehr liegen sie über dem Durchschnitt.

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28. März 2018, 20:30 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern ist im Gegensatz zum Bundestrend im vergangenen Jahr länger gearbeitet worden als 2016 – in der Lohntüte hat sich das nicht niedergeschlagen. Im Schnitt leistete jeder Beschäftigte im Nordosten 1413 Arbeitsstunden – 59 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt, wie das Statistische Landesamt in Schwerin bekannt gab. Während in MV pro Kopf drei Stunden länger als 2016 gearbeitet wurde, nahm die geleistete Stundenzahl im deutschen Durchschnitt um fünf Stunden ab.

Die längste Arbeitszeit in MV wurde 2017 in der Bauwirtschaft mit 1613 Stunden pro Kopf registriert. Das waren dem Amt zufolge 24 Stunden mehr als im deutschen Durchschnitt dieser Branche.

Eine Ursache für die Unterschiede sind dem Amt zufolge verschiedene tarifliche Arbeitszeiten der Arbeitnehmer. Aber auch die Zahl der Feiertage und der Anteil von Vollzeit-, Teilzeit- und marginaler Beschäftigung spielten eine Rolle. So gibt es im Osten anteilig weniger Minijobs als in den alten Bundesländern.

Spitzenreiter im negativen Sinn ist Mecklenburg-Vorpommern auch beim Einkommen: Trotz Zuwächsen von durchschnittlich drei Prozent hat der Nordosten im vergangenen Jahr weiter im Lohnkeller Deutschlands ausgeharrt. Die Arbeitnehmer in MV verdienten im Schnitt 27 520 Euro brutto und damit 80,4 Prozent des bundesdeutschen Durchschnitts, so das Statistische Landesamt. „2017 lagen damit die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im Land um 6693 Euro unter dem Bundesdurchschnitt“, stellte das Amt fest.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent gewachsen. Damit stieg das Bruttoinlandsprodukt langsamer als bundesweit, wo ein Plus von 2,2 Prozent erreicht wurde, aber stärker als im Osten mit einem Wachstum von durchschnittlich 1,4 Prozent. An der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands habe der Nordosten mit einem Bruttoinlandsprodukt von 42,8 Milliarden Euro einen Anteil von 1,3 Prozent, so das Statistische Landesamt.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte, die Wirtschaft komme im Land deutlich voran. Für den Aufschwung sorgten nach seinen Worten vor allem das produzierende Gewerbe mit einem Plus von 2,2 Prozent und der Dienstleistungsbereich mit plus von 1,7 Prozent.

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