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Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 21:37 Uhr

Landwirtschaft : Mehr Anreize für Öko-Bauern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit 90 Jahren biologische Landwirtschaft

Pfingsten 1924 gilt als Geburtsdatum der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. „Der ökologische Landbau ist zu einem Exportschlager aus Deutschland für die Welt geworden“, sagt Burkhard Roloff, Agrarexperte der Umweltorganisation BUND.

Vor 90 Jahren legte der Anthroposoph Rudolf Steiner (1861-1925) auf Gut Koberwitz in Schlesien auf Bitten von Bauern seine Gedanken über eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft dar. Nach dem Aufkommen des Kunstdüngers seien viele Bauern besorgt gewesen über das Nachlassen der Qualität von Lebensmitteln und der Fruchtbarkeit der Böden, sagte Roloff. Die Bauern gründeten eine Verwertungsgenossenschaft für biologisch- dynamische Produkte. 1928 wurde das Demeter-Warenzeichen eingeführt.

In Deutschland wirtschaften heute rund 1400 Landwirte nach den Demeter-Richtlinien, die strenger sind als die für den Bio-Landbau. Weltweit sind es rund 8000 Bauern mit 160 000 Hektar Fläche. Der „landwirtschaftliche Kurs“ von Koberwitz gilt nach wie vor als Grundlage des Ökolandbaus: Auf dem Bauernhof werden nur so viele Tiere gehalten, wie sich mit eigenem Futter ernähren lassen. Die Tiere wiederum liefern ausreichend Dung, um die Pflanzen zu ernähren.

Der BUND macht darauf aufmerksam, dass die Entwicklung des Ökolandbaus in Mecklenburg-Vorpommern stagniert. Immer weniger konventionell arbeitende Betriebe würden ihre Wirtschaftsweise umstellen, sagte Roloff. 2012 seien 750 Hektar hinzugekommen, 2013 nur noch 250 Hektar. „Dies liegt an den ungünstigen Rahmenbedingungen“, sagte er. Die finanzielle Förderung sei unzuverlässig und zu gering gewesen. In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit rund 125 000 Hektar oder 9,3 Prozent der Agrarfläche ökologisch bewirtschaftet. Bisher erhalten Betriebe, die auf Bio umstellen, 150 Euro je Hektar. „Das war unattraktiv und zu gering als Ausgleich“, so Roloff.

Ab 2015 wird die Förderung auf 210 Euro je Hektar bei Umstellung und auf 180 Euro bei Beibehaltung erhöht. Roloff fordert eine verbesserte Beratung, verlässliche Förderung und transparente Richtlinien. Auch einheitliche und vereinfachte Ökokontrollen und bessere Vermarktungsbedingungen seien wichtig. „Wir fordern die Landesregierung auf, ein Landesprogramm für die Entwicklung des ökologischen Landbaus bis 2020 aufzulegen“, sagte Roloff.

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