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Vor allem Frauen betroffen : Mehr als jeder Dritte jobbt am Wochenende

vom
Aus der Onlineredaktion

Gewerkschaft und Linke fordern Begrenzung

svz.de von
erstellt am 24.Sep.2016 | 16:00 Uhr

Am Sonnabend, Sonntag oder sogar an beiden Tagen des Wochenendes zu arbeiten, ist hierzulande für immer mehr Menschen Normalität. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervorgeht, arbeiteten im vergangenen Jahr 156 200 Beschäftigte – das entspricht 23,9 Prozent aller Erwerbstätigen – regelmäßig sonnabends. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es nur 149 500 oder 22,9 Prozent aller Beschäftigten. Regelmäßig an Sonnabenden und/oder Sonntagen arbeiteten demnach im vergangenen Jahr 260 400 Berufstätige (39,9 Prozent, zwei Jahre zuvor waren es 248 200 (38 Prozent). Dabei mussten Frauen mit 55,9 Prozent deutlich öfter an den Wochenenden zur Arbeit gehen als Männer (44,1 Prozent).

Mit der Zunahme der Wochenendarbeit und der parallel dazu steigenden Belastung am Arbeitsplatz bleibe letztlich weniger Zeit für Erholung, Familienleben sowie jegliche Form von sozialer Teilhabe, sei es im Chor, im Sport- oder im Kleingartenverein, so der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion Henning Foerster. „Ob diese Entwicklung richtig ist, sollte man stärker hinterfragen“, meint er.

Auch Frank Schischefskiy, Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft verdi im Norden, sieht die Tendenz zur immer weiter um sich greifenden Wochenendarbeit „sehr, sehr kritisch“. Natürlich gebe es Branchen wie das Gesundheitswesen oder die Gastronomie, wo es unumgänglich ist, an sieben Tagen in der Woche zu arbeiten. Aber es gebe auch andere, wo zumindest Sonntagsarbeit unnötig ist. Schischefsky zählt Callcenter ebenso dazu wie den Einzelhandel. „Es ist nicht der Untergang des Abendlandes, wenn man sein Geschäft am Sonntag nicht öffnen darf“, findet der verdi-Sprecher.

Foerster zufolge haben ständig steigende Flexibilitätsanforderungen nicht nur Folgen für die Vereinbarkeit von Privat- und Erwerbsleben und die persönliche Zufriedenheit. Studien belegten auch gesundheitliche Risiken, insbesondere dann, wenn die Wochenend- auch mit Schichtarbeit einhergeht. „Daher sollte man diese Dienste auf das tatsächlich notwendige Maß begrenzen“, fordert der Linken-Politiker. Um psychische Belastungen zu reduzieren und Arbeitsbedingungen vernünftig zu gestalten, sei außerdem eine Antistressverordnung erforderlich.

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