„March for Science“ : Mehr als 600 Menschen demonstrieren für Freiheit der Wissenschaften

Mehrere hundert Menschen beteiligten sich an der Demonstration für die Freiheit der Wissenschaft und gegen alternative Fakten.

Mehrere hundert Menschen beteiligten sich an der Demonstration für die Freiheit der Wissenschaft und gegen alternative Fakten.

Alternative Fakten haben in der Wissenschaft nichts zu suchen. Doch derzeit wird in vielen Staaten der Erde - auch in den USA - die Freiheit der Wissenschaft bedroht. Weltweit gingen Menschen beim „March for Science“ auf die Straße, auch in Rostock und Greifswald

svz.de von
23. April 2017, 08:59 Uhr

In den Universitätsstädten Rostock und Greifswald haben am Samstag mehr als 600 Wissenschaftler und Studenten für die Freiheit der Wissenschaft und gegen alternative Fakten demonstriert. Ziel des weltweiten „March for Science“ sei es zu zeigen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind, sagte Organisatorin Wiebke Peters vom Rostocker Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung.

Veranstalter und Polizei in Rostock sprachen von rund 250 Teilnehmern. In Greifswald wurden rund 400 Teilnehmer gezählt. Der Greifswalder Philosophieprofessor Micha Werner warnte auf dem Marktplatz der Hansestadt vor einem Fakten negierenden Nationalismus.„Autokraten haben ein Interesse an einer unaufgeklärten Öffentlichkeit“, sagte er. Denn Angst, Zweifel und Unsicherheit seien dort am wirksamsten, wo sie nicht durch Fakten begrenzt würden.  Wissenschaftler des Greifswalder Max-Planck-Instituts demonstrierten mit Plakaten wie „Science Research for All - Today. Technology for All - Tomorrow“ für das Anerkennen von wissenschaftlichen Fakten.„Fakten sind manchmal unbequem“, sagte Institutsleiter Thomas Klinger. Sie zu leugnen, ändere aber nichts an den Fakten. Am Max-Planck-Institut arbeiten Wissenschaftler aus etwa 20 Nationen.

Ein Teil von ihnen war am Samstag zur großen Demonstration nach Berlin gefahren.  Ähnliche Argumente auch in Rostock: Wissenschaft liefere die Befunde, die Grundlage für informierte Entscheidungen sind - im Privaten wie in der Politik, sagte Organisatorin Peters. Wenn es egal sei, ob Aussagen auf solider Forschung beruhen oder frei erfunden sind, habe das weitreichende Konsequenzen.

Für den Rostocker Unirektor Wolfgang Schareck geht es um die Hochschulautonomie und den internationalen Austausch. Es gebe zwar auch finanzielle Gründe, warum die Autonomie eingeschränkt ist, dies dürfe aber nicht durch politische Einflüsse geschehen. Schareck erinnerte dabei an mögliche Einreiseverbote, die die USA verhängen will, an Einschränkungen türkischer Forscher oder extrem starke finanzielle Engpässe an griechischen Universitäten.

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