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Arbeitsmarkt : Mehr als 10 000 Leiharbeiter in MV

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erstellt am 05.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Seit 2010 bewegt sich ihre Zahl zwischen 10 000 und 10 800, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht, die am Freitag in Schwerin veröffentlicht wurde. Am Stichtag 30. Juni 2016 waren es 10 117. Das waren 2,2 Prozent weniger als Jahr davor.

Die Landesregierung lehnt Leiharbeit nicht rundweg ab, wie aus der Antwort hervorgeht. Sie biete in gewissem Umfang einen Zugang für Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt, hieß es. Der gesetzliche Kündigungsschutz gelte auch für Leiharbeitnehmer. Den Missbrauch von Leiharbeit für Lohn- und Sozialdumping lehne die Landesregierung ab. Die Einhaltung der Vorschriften werde vom Zoll überprüft. Zuständig ist demnach die Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Zollverwaltung mit derzeit 174 Mitarbeitern in Mecklenburg-Vorpommern.

Dem wirtschaftspolitischen Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes, geht dies nicht weit genug. Er forderte eine gesetzliche Obergrenze von 15 Prozent Beschäftigten mit Leih- oder Werkverträgen in Unternehmen. Nach sechs Monaten müsse ein Leiharbeitnehmer einem Festangestellten gleichgestellt werden. Die Verlängerung von Zeitarbeitsverträgen dürfe nur einmal möglich sein.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB kritisierte, dass Mecklenburg-Vorpommern weiterhin eine Billiglohn-Region sei. Es gebe überdurchschnittlich viele Minijobber, Leiharbeiter sowie atypisch und befristet Beschäftigte mit Niedriglohn. «Wir brauchen ein Comeback der Tarifkultur und des Sozialen in der Marktwirtschaft», sagte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. Das monatliche Bruttoarbeitsentgelt von Vollzeitbeschäftigten liege in Mecklenburg-Vorpommern rund 250 Euro unter dem Durchschnitt der ostdeutschen Bundesländer und rund 800 Euro unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Kleine Anfrage und Antwort

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