Mega-Stau legt Rostock lahm

<strong>Kilometerlang zieht sich der Stau</strong> durch die Innenstadt. Besonders am  Morgen und  zum Feierabendverkehr müssen die Rostocker Zeit einplanen.
1 von 4
Kilometerlang zieht sich der Stau durch die Innenstadt. Besonders am Morgen und zum Feierabendverkehr müssen die Rostocker Zeit einplanen.

svz.de von
07. Juni 2012, 05:42 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Verkehrschaos am Hafen, die Autofahrer sind entnervt, der Rückstau durch die Baustelle am Kabutzenhof zieht sich kilometerweit. Für den morgendlichen Arbeitsweg planen viele noch mindestens eine halbe Stunde Zeitpuffer ein. Seit Dienstag dieser Woche saniert das Tief- und Hafenbauamt gleich mit mehreren Baufirmen die Deckenschicht an der L 22 Höhe Kabutzenhof. Eine notwendige Arbeit aus Sicht der Stadt, ein großes Übel für die Autofahrer.

Dietmar Zuther (48) ist Lieferant. Seine Kunden sind auf ihn angewiesen und er auf den fließenden Verkehr. "Es gibt für mich keine andere Möglichkeit, als da langzufahren. Das nervt und fängt ja schon früh an", sagt er. Seine Kunden würde wenig interessieren, warum er zu spät kommt. Die brauchen die frischen Lieferungen. Auch Tankstellen-Verkäufer Marko Tepler (31) ist alles andere als glücklich über die momentane Situation. Die Tankstelle, in der er arbeitet, liegt direkt an der südlichen Fahrbahn. "So viel ist jetzt nicht mehr los. Höchstens drei Autos kommen in der halben Stunde", sagt er. Wegen einer Baustelle früher Feierabend zu machen, sei ärgerlich und würde vor allem weniger Geld bedeuten. Karin Hubert (64) ärgert noch etwas ganz anderes. Die Bürokraft fährt zweimal die Woche die L 22 entlang, das ginge noch, auch wenn sie nun eine halbe Stunde länger bräuchte. "Es nervt mich aber, weil wir das alles hier schon mal durchgemacht haben", sagt sie und spielt auf die Bauarbeiten vom letzten November an. Damals wurden der Straßenbelag bei der Einmündung Am Kabutzenhof saniert und die Ampelanlage ausgewechselt.

Der spät verabschiedete Haushalt und die dadurch unsichere finanzielle Lage hätten den Beginn der Bauarbeiten in die Länge gezogen, so Heiko Tiburtius, Leiter des Tief- und Hafenbauamtes. Beim Beschluss im Spätherbst hätten die Erneuerungsarbeiten keinen Sinn mehr gemacht. "Dafür haben wir die Einmündung in den Kabutzenhof als vorgezogene Teilbaumaßnahme bereits fertiggestellt." Nun müssen seine Männer noch einmal ran. Die Sperrung von nur einer Spur sei wirtschaftlich und auch technisch nicht möglich. Zum Leidwesen der Autofahrer. Auch Bauleiter Detlef Gollek findet es nicht optimal, so kurz hintereinander an fast derselben Stelle wieder eine Baustelle zu eröffnen. Er und die Männer machen das Beste draus. Um das Tagesziel zu erreichen, arbeiten sie mitunter von 7 bis 19 Uhr und auch sonnabends müssen sie ran. "Es ist wichtig, dass die Autofahrer sehen, dass wirklich was gemacht wird", sagt der Bauleiter. Dass ein Fenster runtergekurbelt wird und die Leute sich beschweren, sei die absolute Seltenheit.

Dienstag wurde eine Tankstellenüberfahrt eingerichtet, Mittwoch die Südfahrbahn gesperrt, der Verkehr über die Nordfahrbahn am Hafen geleitet. Die südliche Fahrbahn wurde abgefräst und gestern eine neue Asphaltschicht, die so genannte Binderschicht, aufgetragen. Heute kommt eine Deckschicht dazu. Das Prozedere wiederholt sich in der nächsten Woche auf der anderen Fahrbahn. Am 16. und 17. Juni rollt der Verkehr vorerst wieder normal. Vom 18. bis 30. Juni werden die Schachtdeckel saniert, was aber geringere Verkehrseinschränkungen bedeutet. Gemacht werden müsse dies, auch wenn es nur kosmetisch sei, sagt Gollek. Die Deckensanierung wird etwa zehn Jahre halten.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen