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Europameisterschaft in Spanien : Medaillenflut für Ruder-Recken

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Bei den Ruder-Europameisterschaft im südspanischen Sevilla bringt das deutsche Flaggschiff an Position eins die Bugspitze über die Ziellinie. Auf der Backbordseite sitzt erstmalig auch der junge Schweriner Hannes Ocik.

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erstellt am 02.Jun.2013 | 07:55 Uhr

Sevilla | Gestern Punkt 14.40 Uhr bei der Ruder-Europameisterschaft im südspanischen Sevilla: Finaleinlauf in der Königsklasse, dem Achter. Das deutsche Flaggschiff bringt an Position eins die Bugspitze über die Ziellinie. Glatte 5:59,00 Minuten war die Crew um Schlagmann Eric Johannesen unterwegs, wehrte erfolgreich die Angriffe von Polen (6:00,31) und den Niederlanden (6:00,93) ab. "Mit neuem Team haben wir alte Klasse bewiesen. Das zeigt, welches Potential auch in dieser Mannschaft steckt", resümierte der Hamburger.

Erschöpft sinken einige aus dem Deutschland-Achter zusammen, schnappen ein wenig nach Luft. Auf der Backbordseite sitzt ein junger Schweriner: Hannes Ocik. Der reißt mit einem Jubelschrei beide Arme in den andalusischen Himmel: "Geschafft - Gold!" Als bei strahlendem Sonnenschein und 32 Grad Celsius die deutsche Flagge am Mast emporsteigt, die Nationalhymne intoniert wird, singt der 22-Jährige von der Schweriner Rudergesellschaft fleißig mit.

"Das war ein hartes Stück Arbeit. Im Vorlauf hatten wir mit einem Blitzstart die Konkurrenz schockiert. Natürlich hat uns Bundestrainer Ralf Holtmeyer auch für das Finale eine bestimmte Taktik mit auf den Weg gegeben. Schön, dass sie aufging. Ich bin froh, die He rausforderung bestanden zu haben", freute sich Ocik. Stolz präsentierte er seine "Goldene" und wird auf den Weg zur Weltmeisterschaft Ende August in Südkorea weiter fleißig mit Eric Johannsen, Richard Schmidt (Trier), Christoph Wilke (Radolfzell), Anton Braun (Berlin), Felix Drahotta (Leverkusen/Rostock), Maximilian Reinelt (Ulm), Maximilian Munski (Lübeck) und Steuermann Martin Sauer (Berlin) an der Vervollkommnung des Zusammenspiels arbeiten. Die folgenden Weltcups in Eton und Luzern bieten dazu Gelegenheit.

Über ein Edelmetall unter den insgesamt drei Gold-, vier Silber- und drei Bronzemedaillen des Deutschen Ruderverbandes hat sich der Landeshauptstädter besonders gefreut: "Kumpel Paul Heinrich vom Rostocker-Ruderclub." Mit dem saß er im Vorjahr bei der U23-WM im bronzenen Zweier. Der Hansestädter schaffte ebenfalls im Vorfeld von Sevilla den Sprung in ein Londoner "Goldschiff", den Doppelvierer. Deren Rennen glich wie ein Ei dem anderen dem des Achters: Guter Start, schnell stimmte der Rhythmus, schon bei 500 Meter an der Spitze. Das Quartett - außer Heinrich waren noch Karl Schulze (Dresden), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) an Bord - dominierte auch bei "Halbzeit" die Szene, ließ ebenso hinten heraus nie Zweifel am Erfolg aufkommen.


Falsche Taktik: Krüger/Knittel landen auf Platz vier

Ähnliche "Mecklenburg-Power" hätte auch der Doppelzweier in der Besetzung Stephan Krüger (Rostock) und Berlins Eric Knittel gebrauchen können. "Wir wollten in den Edelmetallbereich, doch die Holzmedaille für Rang vier ist enttäuschend", gestand der Hansestädter. Im Vorlauf den Norwegern klar unterlegen, führte sie der Weg über einen souveränen Halbfinalsieg in den Endlauf. Hier orientierte sich das Duo erneut an den "Norges", lag bei 1000 Meter nur 0,48 Sekunden hinter ihnen. Nicht auf der Rechnung hatten sie dann Italien und Litauen, die sich noch vor Norwegen Gold und Silber sicherten.

Enttäuschend verlief die EM für die in Bützow geborene Wiebke Hein im nichtolympischen Leichtgewichts-Einer. Ihre Kraft reichte im Vor- und Hoffnungslauf sowie dann im B-Finale nur bis 1000 Meter. Mit einem Rückstand von 26 Sekunden belegte sie hier nur den letzten Platz.

Neben dem Deutschland-Achter und dem Doppelvierer der Männer holte auch der Doppelvierer der Frauen den EM-Titel. Britta Oppelt (Berlin), Annekatrin Thiele (Leipzig), Carina Bär (Heilbronn) und Julia Richter (Berlin) verwiesen in 6:45,01 Minuten die Niederlande (6:48,67) souverän auf den zweiten Platz. Der deutsche Einer-Meister Marcel Hacker verpasste allerdings seinen ersten EM-Titel, war aber auch mit Silber zufrieden. Silber gab es auch für die Olympiasechsten Kerstin Hartmann (Ulm)/Marlene Sinnig (Krefeld/Rostock) im Zweier ohne Steuerfrau, den Leichtgewichts-Doppelzweier mit Lena Müller/Anja Noske (Ulm/Saarbrücken) und den Achter der Frauen mit den Rostockerinnen Ulrike Sennwald und Julia Lepke. Bronze holte der Vierer ohne Steuermann. "Mit dem Einstieg in die Saison können wir sehr zufrieden sein. Diese Leistungen müssen wir jetzt stabilisieren", sagte DRV-Präsident Siegfried Kaidel.

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