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Mecklenburger freuen sich auf den Kirchentag

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erstellt am 24.Apr.2013 | 10:42 Uhr

Hamburg/sCHWERIN | An den Straßenecken spielen Posaunenchöre. Vor dem Michel sitzen Pfadfinder mit einer Gitarre, und ganz Hamburg ist überfüllt mit Menschen, die einen lässig im Wind flatternden blauen Schal um den Hals, an der Hüfte oder der Tasche tragen. So könnte es aussehen, wenn am Abend des 1. Mai der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag unter dem Motto "Soviel du brauchst" in der Hansestadt beginnt.

Zum Auftakt des großen Christentreffens werden sich auch mecklenburgische Kirchengemeinden und -regionen präsentieren. So werden zum Beispiel an Ständen entlang der Straße "Am Sandtorkai " heimische Leckereien angeboten. Mit Gerichten wie Himmel und Hölle, Sauerfleisch und Fischsoljanka wird ein Stück mecklenburgische Küche nach Hamburg gebracht werden.

Aufsehen erregen wird sicherlich auch eine Aktion der Kirchenregion Bad Doberan. Sie wollen am Auftaktabend den wohl berühmtesten Strandkorb der Welt in der Elbmetropole präsentieren. Mit dem XXL-Strandkorb, der auf dem G-8-Gipfel 2007 im mecklenburgischen Heiligendamm den Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Wirtschaftsnationen und Russlands als Fotokulisse diente, soll zum Fotoshooting eingeladen werden. Zudem wollen 26 Jugendliche aus Kessin bei Rostock zum Konfirmandentag am 4. Mai nach Hamburg fahren.

Das Mittagsgebet bei diesem "Kirchentag zum Kennenlernen" für junge Christen gestaltet der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn. Für ihn sei die Kirchentagslosung "Soviel du brauchst" Verheißung und Mäßigung zugleich, sagte Maltzahn. Für die wesentlichen Dinge des Lebens wie Liebe, Luft zum Atmen und Segen sorgt Gott. Andererseits müsse gefragt werden, was man wirklich braucht und welche Bedürfnisse künstlich sind.

An vielen weiteren Orten des Kirchentages werden Mecklenburger mitwirken. Insgesamt haben sich über 100 000 Dauerteilnehmer aus ganz Deutschland angemeldet - im Vorfeld der letzten Kirchentage waren es teils deutlich weniger. In Sonderzügen, Bussen und auf Schiffen fahren sie zum Christentreffen, das seit 1949 alle zwei Jahre in einer deutschen Großstadt stattfindet.

"Drei Schwerpunkte werden wir setzen: Verantwortungsvolles Wirtschaften, friedvolles Zusammenleben der Religionen und Kulturen und Teilhabe aller Menschen in dieser Gesellschaft", sagte Kirchentagspräsident Gerhard Robbers bei der Vorstellung des 620 Seiten starken Programmbuchs des Hamburger Kirchentags im Februar. Wie in den vergangenen Jahren bietet der Kirchentag dabei ein buntes Kaleidoskop der deutschen Kirchenlandschaft: Der verunglückte Wetten-Dass-Kandidat Samuel Koch wird mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck darüber diskutieren, was eine starke Gesellschaft braucht und aushält.

Der unumstrittene Star der Kirchentagsszene, die frühere Bischöfin Margot Käßmann, wird eine Bibelarbeit halten und an Podiumsdiskussionen teilnehmen, die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs allerdings hält als "Lokalmatadorin" mit zwölf Veranstaltungen den Rekord.

Eine Podiumsdiskussion zu "Homosexualität und Fußball" wird es ebenso geben, wie einen Hauptvortrag des Unternehmers Michael Otto zur Frage: "Brauchen wir mehr Ethik in der Wirtschaft?" Auch zahlreiche Politiker werden am Kirchentag teilnehmen. Denn in einem Wahlkampfjahr sind 100 000 politisch interessierte Christenmenschen ein dankbares Wahlkampfforum: Wenn Angela Merkel über die "Schöpfung in der globalisierten Welt" diskutiert und Peer Steinbrück an einem Podium über "Soziale Marktwirtschaft im Griff der Finanzmärkte" mitwirkt, können sie sich vielen Zuhörern gewiss sein.

In der Nordkirche herrscht Vorfreude: "Ich freue mich sehr auf den Kirchentag, auf interessante Begegnungen und spüre bei vielen evangelischen Christen schon jetzt große Begeisterung", sagte der leitende Bischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich. Das Christentreffen ist die bislang größte Veranstaltung der noch jungen Kirche. "Hamburg leistet hier Großartiges für unsere Gäste aus ganz Deutschland und vielen anderen Ländern: 12 000 Betten in Privatquartieren und mehr als 50 000 Schlafplätze in Gemeinschaftsquartieren, die von Menschen aus Hamburger Kirchengemeinden betreut werden, sind eindrucksvoller Beleg für die Weltoffenheit in der Metropole unserer Nordkirche."

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