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„Glücksatlas“ : Mecklenburg-Vorpommern ziemlich unzufrieden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Krisen der Welt rütteln kaum am Glück der Deutschen

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 20:40 Uhr

Die Menschen in MV gehören einer Studie zufolge zu den unzufriedensten in Deutschland. Das Bundesland ist zwar sehr attraktiv und die Baulandpreise sind zumindest abseits der Küste günstig, jedoch leidet die Region unter niedrigen Einkommen, hoher Arbeitslosigkeit und einer großen Zahl von Pflegebedürftigen. Im „Glücksatlas 2014“, den die Deutsche Post gestern vorstellte, rutschte MV im Bundesländer-Ranking um zwei Plätze auf den drittletzten Platz ab. Unzufriedener ist man  nur in Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Die glücklichsten Deutschen leben demnach in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Insgesamt liegt das Zufriedenheitslevel der Deutschen seit Jahren auf einer Skala von 0 bis 10 stabil bei 7 Punkten auf einem „historischen Glücksniveau“, so die Forscher.

Das Glück wohnt im Norden

Krisen in der Ukraine und im Irak, Ebola in Westafrika? Die Leiden in der Welt haben am Lebensglück der Deutschen offenbar nicht gerüttelt, im Gegenteil! Die Zufriedenheit ist hoch, und das bereits seit mehreren Jahren. Das zeigt der Glücksatlas 2014, den die Deutsche Post gestern in Berlin zum vierten Mal vorstellte.

„Deutschland ist ein zufriedenes Land“, erläuterte Professor Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, der die Studie geleitet hat. Die Deutschen befänden sich auf einem „Zufriedenheitsplateau“, das sich nicht allein aus wirtschaftlichem Wohlstand erklären lasse.

Im europaweiten Vergleich steht Deutschland mit einem Zufriedenheitswert von 7,2 Punkten an neunter Stelle. Glücklicher zeigen sich nur Dänen, Schweden und Niederländer. Stark nachgelassen hat hingegen das gute Lebensgefühl in den von der Eurokrise gebeutelten Ländern Griechenland, Portugal und Italien.

Am unglücklichsten sind in Europa mit einem Wert von jeweils 3,7 Punkten die Bulgaren und die Griechen.

Innerhalb Deutschlands wohnt das Glück im Norden. Am zufriedensten erscheinen die Einwohner Schleswig-Holsteins, Hamburgs und des Nordens von Niedersachsen. Die süddeutschen Regionen konnten im Vergleich zum Vorjahr aufholen. Hingegen sind die Einwohner der ostdeutschen Bundesländer mit Abstand unglücklicher als die Menschen im Westen. Die Kluft hat sich seit dem Vorjahr weiter vergrößert. Am düstersten sehen die Menschen in Brandenburg ihre persönliche Lebenssituation.

Die Daten ergeben sich aus dem seit 1983 erhobenen sozioökonomischen Panel, ergänzt durch eine repräsentative Forsa-Umfrage.

Doch was macht die Deutschen so glücklich? Sie zeigten sich vor allem mit ihrem Haushaltseinkommen, dem Familienleben und ihrer Arbeit zufriedener als noch in der letzten Befragung. Weniger stark trugen die Bereiche Wohnen, Freizeit und Gesundheit zum persönlichen Glück bei.

Grundsätzlich verlaufe das Glück in Form einer U-Kurve: Bis zum Alter von 30 Jahren sei die Lebenszufriedenheit hoch, sacke dann in der Altersgruppe der 45- bis 60-Jährigen ab und steige danach wieder spürbar an, schreiben die Autoren.

In einigen Jahren dürfte somit das allgemeine Glücksniveau noch einmal deutlich steigen, wenn die Generation der Baby-Boomer ins Rentenalter kommt, wie Studienleiter Raffelhüschen anmerkte.

Schwerpunkt der Untersuchung war in diesem Jahr die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung. Ergebnis: Sie sind weniger zufrieden mit ihrem Leben, und das seit 20 Jahren. „Das stimmt uns nachdenklich“, erklärte Post-Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes. Schwerbehinderte Menschen, etwa neun Prozent der Bevölkerung, seien um 0,9 Punkte weniger zufrieden mit ihrem Leben als der Rest der Bevölkerung. Die Betroffenen hadern vor allem mit ihrer Gesundheit.

 

Extra: Suche nach Glück

Wer ist glücklich? 
Glücksforscher sprechen von einem subjektiven Wohlbefinden, das für jeden etwas anderes bedeuten kann. Für Psychologen ist glücklich, wer zufrieden ist, überwiegend angenehme  Gefühle hat – und Dankbarkeit empfinden kann.

Was macht glücklich? 
Im „World Book of Happiness“ zählen Forscher Faktoren für Glück auf: eine stabile Liebesbeziehung, Gesundheit, ein den eigenen Fähigkeiten entsprechender Beruf, Freunde, Kinder und Geld für Grundbedürfnisse.

Macht Reichtum glücklich?
Dass Geld allein nicht glücklich macht, ist erwiesen. Glück wächst mit materiellem Wohlstand nicht immer weiter.

Was sind die Grundbedingungen für ein glückliches Leben?
Der UN-Katalog für ein glückliches Leben ist bescheiden: mindestens 2500 Kalorien und 100 Liter Wasser täglich, einen Platz zum Kochen, mindestens sechs Quadratmeter Wohnraum und sechs Jahre Schule.


 

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