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Mecklenburg-Vorpommern investiert in „seinen“ Fisch

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erstellt am 19.Aug.2010 | 04:26 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern investiert in „seinen“ Fisch - den Ostseeschnäpel. Den selten gewordenen Fisch gibt es nur in der westlichen Ostsee, sein Hauptverbreitungsgebiet sind die Küstengewässer von Mecklenburg-Vorpommern. „Dieser Fisch verkörpert sozusagen ein Alleinstellungsmerkmal für unser Land“, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag in Frauenmark (Kreis Parchim) in der Aquakulturanlage zur Aufzucht von Ostseeschnäpeln.

Der Schnäpel gehört zu den Salmoniden, den Lachsartigen, und heißt daher auch Steinlachs. Er schaffte es in den 1930er Jahren vom Arme- Leute-Essen in die Gourmetrestaurants. Ein halbes Jahrhundert später verschlechterte sich die Wasserqualität der Ostsee so sehr, dass der Schnäpel kurz vor dem Aussterben stand. Die Fänge sanken früheren Angaben des Rostocker Vereins Fisch und Umwelt zufolge von 32 Tonnen 1980 auf 6 Tonnen 1988 und 2,7 Tonnen 1995. Seine Renaissance verdankt er einem vom Landwirtschaftsministerium geförderten Programm zur Wiedereinbürgerung, das Anfang der 90er Jahre begann.

Das Ministerium unterstützt nach eigenen Angaben das natürliche Aufkommen des Ostseeschnäpels durch das Wiederaussetzen von Jungfischen, die an der Müritz aufgezogen werden. Schnäpelweibchen aus Herbstfängen in der Ostsee werden dafür die Eier entnommen. In Anlagen der Binnenfischer wachsen junge Schnäpel heran, die dann in Haff- und Boddengewässern ausgesetzt werden. Darüber hinaus startete 2009 ein Pilotprojekt zur Zucht von Ostseeschnäpeln in Aquakultur (Teichwirtschaft). Zu den Standorten zählen Frauenmark und Boek (Müritzkreis). Dort werden die Fische zusammen mit der Fischerei Müritz-Plau GmbH gezüchtet.

Geplant sei für 2011 eine weitere Aufzuchtanlage in Hohen Wangelin (Müritzkreis). Die Projekte werden laut Backhaus durch das Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt umgesetzt. Land und EU stellten im Zeitraum 2009 bis 2012 insgesamt 711 000 Euro an Fördergeldern bereit. Backhaus wies darauf hin, dass Fischereiunternehmen von Anfang an beteiligt würden. Das sei wichtig, weil sie die Projekte künftig selbstständig weiterführen sollen.

Angesichts des sinkenden Fischbestandes in Weltmeeren und Binnengewässern gibt es für Backhaus zur Aquakultur keine vernünftige Alternative. Daher unterstütze die Landesregierung sowohl die Forschung als auch Investitionen in diesem Bereich.

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