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Saline zu Conow : Viel Hickack um weißes Gold

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Saline zu Conow stand unter der besonderen Obhut der Landesfürsten

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2016 | 00:00 Uhr

„Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf Salz.“ Dieses geflügelte Wort stammt schon aus dem Mittelalter. Der Salzhandel war zu jener Zeit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Salz wurde zum Würzen und Konservieren gebraucht, sogar als Zahlungsmittel verwendet. Im Hanseraum erlangte der Handel mit dem „weißen Gold“ im Mittelalter eine Blütezeit. Im Schnitt betrug der Pro-Kopf-Verbrauch jährlich durchschnittlich sieben bis zehn Kilogramm Salz.

Die Salzherstellung erfolgte durch das Eindampfen der Solen, also der natürlich vorkommenden Salzlösungen. Im frühen 13. Jahrhundert begann in Mecklenburg die Gewinnung von Siedesalz. Hierbei hatte die Saline des Städtchens Sülze über die Jahrhunderte große Bedeutung für die Salzversorgung Mecklenburgs. Daneben wurden vielerorts auch kleinere Salzquellen erschlossen. So schenkte 1222 Fürst Borwin dem Antoniterkloster Tempzin eine Salzpfanne für die Saline Sülten bei Brüel. Anfangs lag die Salzproduktion noch in den Händen von Städten und Klöstern, doch dann erschlossen sich die Herzöge Albrecht und Heinrich hiermit eine neue Geldquelle. Ihr Hauptaugenmerk lag zunächst auf der Saline zu Conow. Sie erwarben sie um 1520 vom dortigen Sülzer für 100 Gulden. Fortan sollte jener das Salz für die herzogliche Hofhaltung liefern. Auch in den umliegenden Städten und Dörfern durfte nur noch Salz aus Conow verkauft werden.

Doch dann bekamen die Herzöge Ärger. So beschwerte sich die Priorin des Klosters Eldena im Juni 1527 in einem Schreiben über den niedrigen Kaufpreis, den die edlen Herren für die Saline an den Sülzer entrichtet hatten. Das Kloster hatte die Saline seit 1461 im Besitz. Doch sie war zum Zeitpunkt des Verkaufes in einem erbärmlichen Zustand. Hiervon zeugten mannigfache Anweisungen des Herzogs, die er den Siedern gab. So sollte der Brunnen instand gesetzt, ein neuer Herd gebaut sowie Holzkohle hergestellt werden. Auch finanzierte der Herzog den Ankauf der notwendigen Geräte wie Pfannen, Salztonnen, Brauküben. Darüber hinaus erschien der Herzog sogar persönlich, um den Baubeginn des Brunnens im August 1527 zu beaufsichtigen. Im September konnten acht Wannen Salz für die Hofhaltung nach Schwerin gesandt werden. Einen Monat später nahm der Herzog den Salzsieder Jürgen Rosenburg in Dienst. Sein wöchentlicher Lohn betrug einen Gulden sowie freie Kost, Bier und jährlich ein Gewand. Im Juni 1528 beauftragte der Herzog den Zimmermeister Hans Kuchler mit dem Bau eines größeren Werkes in der Nähe der bereits produzierenden Conower Saline. Dem Baumeister wurden zur zügigen Bewältigung der Aufgabe zehn Knechte zur Verfügung gestellt. Nach Ablauf eines Jahres war der Bau vollendet. Doch 1541 wurde die Saline durch einen Brand zerstört. Der Wiederaufbau ging zügig voran. Neuer Salzsieder wurde Achim Zuele. Die blühende Produktion bescherte dann Ungemach. So sah der Herzog von Lüneburg die Salzherstellung in Mecklenburg nicht mit Wohlwollen, fürchtete die Konkurrenz und den Verlust des Absatzgebietes Mecklenburg. Also störte er den Handel in erheblichem Maße. Alsbald ersuchten die mecklenburgischen Herzöge den Kaiser Karl V. hier zu intervenieren.

Im Februar 1541 befahl der Kaiser dem Herzog von Lüneburg tatsächlich, den Mecklenburger Salzhandel nicht mehr zu behindern. Durch wildes Wasser reduzierte sich dann der Ertrag der Conower Saline. Die Landesherren übergaben sie im Mai 1543 dem Salinenverwalter Jürgen Rose zur Wiederaufrichtung und Verwaltung. Jedoch stockte die Produktion, die Verwaltung war chaotisch und schließlich brannte die Saline im September 1546 erneut nieder.

Erst die Entdeckung des Alaunberges bei Eldena im Jahre 1572 lenkte die Aufmerksamkeit der Obrigkeit wieder auf die Saline bei Conow. Dann erlebte die Saline ein Wechselspiel von Inbetriebnahme und Aufgabe. Als eine Neuauflage kann die Steinsalzförderung in den Jahren von 1912 bis 1926 gesehen werden.
 

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