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Flora und Fauna : Verwobener Altweibersommer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im September fliegen Zugvögel und Jungspinnen durch die Lüfte. Beim Waldspaziergang am besten eine Lupe mitnehmen

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2016 | 00:00 Uhr

Mit dem Herbst beginnt im September die große Zeit des Reifens der Früchte und der Samen. Die Natur bereitet sich auf den Winter vor. Teilweise wird das Laub der Bäume und Büsche schon gelb und die meisten Felder sind bereits abgeerntet. Ein Teil der Singvogelarten verlässt
in diesem Monat die Brutreviere: Nachtigall, Teichrohrsänger, einige Grasmückenarten, Mehlschwalbe und der Neuntöter gehören dazu.

Fischadler und Rohrweihe wandern aus östlich gelegenen, kühleren Gegenden nun in den Westen ab. Die ersten nordischen Gänse, Saatgänse und Blessgänse treffen jetzt bei uns ein und an den Küsten rasten große Vogelschwärme, die aus Nordeuropa und Osteuropa gekommen sind: Brachvögel, Uferschnepfen, Rot- und Grünschenkel und verschiedene Strandläuferarten.

Kleine „Babyspinnen“ tummeln sich im Netz.
Kleine „Babyspinnen“ tummeln sich im Netz.

In den Gärten und Parks suchen die durchziehenden Singvogelarten vor allem morgens nach Beeren und Insekten, um ihre Energiereserven, die sie auf dem kräftezehrenden Zug in der Nacht verbraucht haben, wieder aufzufüllen. Auch die Singvögel, die sonst vorwiegend Insekten fressen, stellen nun ihre Nahrung weitgehend auf Wildfrüchte um. Gartengrasmücke, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke und selbst Kohlmeisen zählen dazu. An trockenen und warmen Tagen fliegen an langen Fäden winzige Jungspinnen durch die Lüfte. Sie starten frühmorgens, werden vormittags durch die sich erwärmende Luft nach oben getragen und die sich abkühlende Luft bringt die Tiere abends wieder zum Boden zurück. Auf diese Weise können sich einige Spinnenarten verbreiten. Von den Blütenpflanzen zeigen jetzt nur noch wenige Ackerwildpflanzen (früher auch „Unkräuter“ genannt) und Pflanzen der Wegränder und Ödländereien ihre meist unscheinbaren Blüten.

Zu den auffälligen Blühern gehören die Königskerzen, wie die Nachtkerze, mit hohen, gelben Blütenständen. Am Waldrand leuchten die roten Früchte des Pfaffenhütchens. Platzen die Früchte auf, so treten an Fäden die orangeroten Samen heraus. Sie sind zwar giftig, werden aber beispielsweise vom Rotkehlchen gern gefressen.

 

Bevor im Oktober die ersten Fröste auftreten, gibt es noch einmal zahlreiche Insekten zu entdecken. Verschiedene Schmetterlingsarten wie die Admirale und der Tagpfauenauge naschen an überreifen Pflaumen oder Weintrauben. Vorsicht beim Verzehr – viele Wespen fressen Höhlungen in die Früchte und halten sich darin auf.

Als Schönheit am Wegesrand gilt die Wegwarte.
Als Schönheit am Wegesrand gilt die Wegwarte.
Die possierlichen Siebenschläfer rüsten sich nun für den langen Winterschlaf und fressen sich noch ein beachtliches Fettpolster an, das sie zum Überleben der kalten Monate benötigen. Nun ist es an der Zeit, Samen und Beeren für die Winterfütterung der Vögel zu sammeln. Bei den Vögeln beliebte Beeren sind Schlehen, Hundsrosen-Hagebutten, Weißdornfrüchte und die Kreuzdorn-Beeren. Doch am allerliebsten nehmen die Vögel die Früchte der Vogelbeere, des Holunders und des Wacholders. Selbst die giftigen Eibenbeeren verzehren sie.

Beeren und andere Früchte können dazu mit einer Schere abgeschnitten werden und bis zum Winter zum Beispiel auf dem Dachboden getrocknet werden. Für die geernteten Samen von Wildkräutern wie Hirtentäschel oder Wegerich werden Singvögel im Winter dankbar sein. Bei einem Waldspaziergang kann ein Ausflug in die Welt der Kleintiere gemacht werden. Erstaunlich, was es da zu sehen gibt. Am besten eine Lupe mitnehmen! Besonders viele Kleintiere halten sich unter loser Rinde von Baumstubben auf: Käfer, Tausendfüßer, Asseln, Spinnen, Würmer, Schnecken und andere Tiere sind zu finden. Selbst feuchte Blätter am Boden sind Lebensraum für Kleintiere.



 

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