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Natur in MV : Piepmätze flattern vorm Fenster

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Dezember erlaubt spannende Naturbeobachtungen. Eine Futterstelle bringt Vögel nah ans Haus – auch in der Stadt

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 00:00 Uhr

Im Weihnachtsmonat kann es ein wundervolles Erlebnis sein, im Schneegestöber oder bei Sonnenschein nach frisch gefallenem Schnee in die Natur zu gehen. Mit etwas Glück wird ein Fuchs entdeckt, der nun ein besonders prächtiges, buschiges Fell besitzt oder wir begegnen einem Wiesel, der in seinem weißen Winterfell im Schnee gut getarnt ist.

Schlecht freilich, wenn kein Schnee liegt, dann fällt er in der grauen, vegetationslosen Landschaft besonders auf. Hecken und Feldgehölze werden im Winter, wenn keine andere Deckung vorhanden ist, auch gern von Rebhühnern, Fasanen und Feldhasen aufgesucht, sofern sie noch in der monotonen Feldlandschaft vorhanden sind.

Halten sich viele Sperlinge und Finken im Gesträuch auf, kommt nicht selten pfeilschnell ein Sperber angeschossen und greift sich geschickt einen der Vögel als Beute. Im Winter sind besonders viele Sperber bei uns. Sie kommen, wie auch ein anderer kleiner Greifvogel, der Merlin, aus dem nördlichen und östlichen Europa.

Die langen Winterabende bieten Zeit zu planen, was wir im nächsten Jahr in der Natur unternehmen wollen, welche der schönen Naturgebiete Mecklenburg-Vorpommerns besucht werden sollen und welche Tier- und Pflanzenarten dort erwartet werden können. Ein entsprechendes Buch, vielleicht auch Bestimmungsbuch, gefunden unterm Weihnachtsbaum, hilft dann weiter. Mit einem Vogelbestimmungsbuch können wir schon einmal die Vögel, die an unser Futterhaus am Fenster kommen, kennen lernen. Nur ein Teil der vielen Vogelarten, die uns im Sommer mit ihrem Gesang, mit Gezwitscher oder einfach durch ihre Anwesenheit erfreuen, bleibt im Winter bei uns.

Diese Arten, zu denen auch noch Vögel aus dem Norden und Nordosten hinzukommen, haben es dann umso schwerer, bei schwierigen Wetterlagen wie hohem Schnee, Eisregen oder anhaltendem Frost, an Nahrung zu kommen, um den gestiegenen Energiebedarf abzudecken. Schaffen sie das nicht, ist es um sie geschehen. Sicher ist es deshalb in strengen Wintern berechtigt, an die Vögel im Garten zu denken und ihnen Futterquellen zu erschließen. Die Winterfütterung ist manchmal die einzige Möglichkeit, vor allem für den Stadtbewohner, mit den Vögeln in Kontakt zu kommen.

Kinder lernen einige Arten kennen und das aufgeschlagene Bestimmungsbuch sagt ihnen die Namen und die Besonderheiten der Gefiederten am Futterhaus. Vielfältig sollte die angebotene Kost sein, dann kann man sich auch sicher sein, dass die verschiedensten Arten auch zur Futterstelle kommen. Die meisten Singvogelarten, die im Winter bei uns bleiben, sind Samen- und Körnerfresser. Sie freuen sich über Sonnenblumenkerne,Gerste, Hanf, Hirse und zerkleinerte Nüsse. Die durch zierlichere Schnäbel erkennbaren Weichfresser können mit größeren Körnern meist nichts anfangen. Für sie sind Haferflocken, klein geschnittene Äpfel und Sämereien gerade das Richtige. Im Herbst geerntete und getrocknete Beeren werden besonders dankbar angenommen. Beliebt sind die im Handel erhältlichen Meisenringe und Futterknödel, die den Vorteil haben, dass die meist am Futterplatz dominierenden Grünfinken und Spatzen schlecht an sie herankommen. So kommt das Futter wirklich den konkurrenzschwächeren Meisenarten zugute. Solche Meisenknödel sind auch leicht selbst herzustellen: Rindertalg wird erwärmt und mit Sämereien, besonders Sonnenblumenkernen oder auch Haferflocken, gemischt. Ein kleiner Schuss Pflanzenöl kann auch noch dazu gegeben werden. Das Ganze wird in ein geeignetes Behältnis gegossen (z.B. halbierte Kokosnussschale) und kann nach dem Erkalten und Aushärten aufgehängt werden.

Nun ist vielleicht auch Zeit, Nistkästen für die Höhlenbrüter wie Meisen, Kleiber oder Trauerschnäpper im Garten oder Park zu bauen. Dazu können Brettchen von etwa zwei Zentimeter Stärke zurechtgeschnitten und zusammengenagelt werden. Auf dem geneigten Dach sollte Dachpappe aufgenagelt werden, damit kein Regen eindringt. Wichtig ist, dass die Vorderseite zu öffnen ist, damit der Nistkasten im Herbst gereinigt werden kann und dass die Einflugöffnung nicht zu groß gebohrt wird, denn sonst können sich Marder, Katzen oder andere Räuber über die Brut hermachen. Der Fluglochdurchmesser für Blaumeisen muss 27 Millimeter betragen, für Kohlmeisen, Gartenrotschwanz und einige andere Arten 32 bis 34 Millimeter.

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