zur Navigation springen

Wappenkunde: Eldena : Osterlamm mit Heiligenschein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Wappen der Gemeinde Eldena nimmt Bezug auf das Siegel des einstigen Konvents

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2017 | 00:00 Uhr

Für die Entwicklung Eldenas hatte das Kloster eine große Bedeutung. Darauf weist auch das Wappen der Gemeinde hin, die aus den vier Orten Eldena, Güritz, Krohn und Stuck besteht.

Das namensgebende Dorf war um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eines der größten Mecklenburgs. In ihm lebten 34 Erbpächter, darunter zwei Krüger, 47 Büdner und 34 Häusler.

Die Entstehung des Ortes erfolgte durch die Errichtung eines Nonnenklosters des Zisterzienserordens: Indem am 18. Januar 1241 Fürst Nicolaus von Werle mit einer in Güstrow ausgefertigten Urkunde dem bestehenden Jungfrauenkloster zu Eldena dreißig Hufen im Land Turne an den Seen Vilz und Räz und den Bach „Driculne“ zur Anlegung einer Mühle schenkte, wurde die Kirche „Eldene“ und damit der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname stellt eine latinisierte Form des Flussnamens „Elde“ dar.

Diese historischen Tatsachen greift der Wappenentwurf des Autors auf. Der Wellenschildfuß symbolisiert die Lage des Ortes am Fluss Elde, während das Osterlamm mit Siegesflagge auf die Bedeutung des Klosters für die Entwicklung Eldenas hinweist.

Im Verlaufe seiner Geschichte erwarb das Kloster Eldena umfangreichen Grundbesitz, der zeitweise weit über Mecklenburgs Grenzen hinausreichte. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster reformiert und 1556 schließlich säkularisiert, bevor es 1588 gänzlich aufgelöst wurde. Die eigenwillige Gestaltung des Lammes im Wappen wurde einer Siegelabbildung des Klosterkonvents aus dem Jahre 1345 entnommen und weitgehend beibehalten.

Das Lamm war in der Antike das häufigste Opfertier und wurde zu einem der wichtigsten christlichen Symbole. Es ist nicht nur Sinnbild der Unschuld, des reinen und arglosen Wesens, sondern auch Symbol des Opfers, das Jesus brachte, weshalb er auch als Lamm Gottes (agnus dei) bezeichnet wird. Mit der Fahne des Sieges über den Tod ist das triumphierende Osterlamm ein beliebtes Symbol der Auferstehung.

Die anderen zur Gemeinde Eldena gehörenden Bauerndörfer sind jünger: Stuck wurde 1291 als „Stuken“ („Ort am Zusammenfluss“) erstmals genannt, als durch Bischof Konrad von Ratzeburg dem Kloster Eldena die mit dem Kloster verbrannten Privilegien erneuert wurden und Güritz – obwohl ebenfalls mit slawischem Namen ausgestattet – wurde erst 1545 als „in der Guritzen“ („Berg“) erstmals in schriftlichen Quellen erwähnt.

Krohn schließlich erschien zuerst in einer Urkunde aus dem Jahre 1345 als „Krvn“ („Ort des Krun“), als das Kloster Eldena vier Brüdern von Lützow das Wiederkaufsrecht an dem an das Kloster verkauften Dorf zusicherte. Diese im Landeshauptarchiv verwahrte Urkunde des Klosters war bei der Wappengestaltung von besonderer Bedeutung, hängt an ihr doch das gut erhaltene und als Vorlage für das Wappen dienende Siegel des Klosterkonvents.

Die heraldische Beschreibung des Wappens lautet: „Das Wappen zeigt über goldenem erniedrigten Wellenschildfuß in Blau ein silbernes widersehendes Osterlamm mit vierfach durchbrochenem goldenen Heiligenschein, mit dem angewinkelten rechten Vorderfuß ein goldenes Tatzenkreuz mit goldener dreilatziger Fahne haltend.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen