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Die Natur im Juli : Nesseln für den Kleinen Fuchs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Juli ist die Natur schon im Stadium der Reife: Pflanzen bilden Früchte aus, Vögel haben ihre Jungen großgezogen

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2016 | 00:00 Uhr

Hochsommer… Urlaubszeit. An warmen Tagen sind Baden und Spaziergänge angesagt. So mancher wundert sich dabei über das grüne Wasser. Das liegt wohl daran, dass jetzt viele Wasserpflanzen blühen. Vom Schilf bis zu den Rohrkolben, Pfeilkraut, Krebsschere, Igelkolben und Froschlöffel zeigen ihre Blüten und danach die teilweise bizarren Früchte.

Unter Wasser haben sich die Laichkräuter stark ausgebreitet, die Fröschen, Molchen und Fischen Unterschlupf bieten. An der Wasseroberfläche ist der Gelbrandkäfer zu sehen. Er stellt Libellenlarven und sogar Jungfischen nach. Die Libellenlarven vergreifen sich gern an Kaulquappen, den Larven der Lurche.

Im Juli haben freilich auch die Insekten wie Bremsen, Fliegen und Mücken ihre beste Zeit. Freuen können wir uns gleichzeitig über die flatternden Schmetterlinge und schwirrenden Libellen.

Obwohl viele Tagschmetterlinge in den letzten Jahren recht selten geworden sind, sind mit etwas Glück Schwalbenschwanz, Perlmutterfalter und bei Wanderungen in den Mittelgebirgen auch der Schillerfalter zu entdecken.

Weit häufiger sind aber die Weißlinge, Scheckenfalter, Tagpfauenaugen und der Kleine Fuchs, die nun über die blühenden Wiesen gaukeln. Der Kleine Fuchs legt seine Eier an Brennnesseln ab, denn seine Raupen ernähren sich von den Brennnesselblättern. Möchte man diesen Falter im Garten haben, sollten in einer kleinen Ecke auch einige Brennnesseln geduldet werden.

Im Juli verstummt der Vogelgesang leider nun schon wieder. Die meisten Vögel haben ihre Jungen bereits großgezogen und nur Schwalben, Rohrsänger und einige andere Arten, die zwei- oder gar dreimal im Jahr brüten, haben noch Nachwuchs. Manche Vogelarten mausern jetzt, das heißt, sie wechseln das Gefieder.

Eine Zeit, in der sie sich sehr heimlich verhalten, da sie nun nur schlecht fliegen können und deswegen hilfloser sind als sonst. Viele Wildblumenarten sind nun schon verblüht und die Sommerhitze lässt die Früchte reifen. In den kühleren Morgen- und Abendstunden lassen sich Rehe mit ihrem Nachwuchs am Waldrand blicken und Hirsche und Wildschweine suchen Abkühlung in Waldtümpeln – sie „suhlen“ genüsslich.

Kurz vor Sonnenuntergang fliegen jetzt die Fledermäuse besonders intensiv. Der Mauersegler, dieser schnelle und gewandte Stadtvogel, kann zum Monatsende mit seinen Jungen schon wieder in Richtung Süden in das Winterquartier abziehen. Er gehört zu den ersten heimischen Zugvogelarten, die das Brutgebiet verlassen. Einige Kleinsäugerarten haben nun die Nester voller Junge, wie Siebenschläfer und Haselmaus. Ihr Nachwuchs erscheint dann, wenn die Natur genügend Nahrung bietet. Beobachten wir gern Vögel, werden uns im Juli so manche Rätsel aufgegeben, denn ein buntes Gemisch von Jung- und Altvögeln in den verschiedensten Federkleidern ist jetzt zu sehen.

Bei manchen Vogelarten finden sich die Jungvögel der ersten Brut zu großen Trupps zusammen, so die Schwalben, Finken und Stare. Manchmal sind es viele Tausend Stare, die in der Dämmerung die Schilfgürtel von Seen aufsuchen, wo sie übernachten.

Bei einem Urlaub an der Ostsee oder Nordsee sollte ein Fernglas nicht fehlen. Entlang der Küste versuchen Küstenseeschwalben und Brandseeschwalben mit eleganten Tauchmanövern kleine Fische zu erwischen. Schnepfenvogelarten und Enten fliegen in der Nähe des Strandes und schaut man sich die Möwen etwas länger mit dem Fernglas an, ist zu erkennen, dass es verschiedene Arten sind.

Am häufigsten sind die relativ kleinen Lachmöwen, etwas größer sind die Sturmmöwen und die Silbermöwen. Herings- und Mantelmöwen mit ihren schwarzen Flügeldecken erscheinen besonders eindrucksvoll. Leicht sind die Jungvögel am braunen Gefieder zu erkennen.
 

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