Carl Larsson : Morgen, Kinder, wird’s was geben

Der Tag vor Weihnachten heißt dieses Bild von Carl Larsson.
Der Tag vor Weihnachten heißt dieses Bild von Carl Larsson.

Der schwedische Maler Carl Larsson hielt die Weihnachtsvorfreude seiner Kinder auf Papier fest.

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22. Dezember 2017, 00:00 Uhr

Zum Thema Weihnachten kennt die europäische Kunstgeschichte zahlreiche Themen und Motivkreise. In der christlichen Kunst herrschen in allen Sparten die durch Bibel und Legenden vermittelten Standardbilder vor: die Geburt Christi im Stall, die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten, die Ruhe auf der Flucht, die Madonna mit dem Kind auf dem Arm...

Weltliche Szenen, die volkstümliches Brauchtum schildern, tauchen in der Kunst erst später auf. Bevorzugt werden Bilder mit dem Weihnachtsmann, dem Festessen und dem Tannenbaum, unter dem die Überraschungsgeschenke für die Kinder liegen oder – wie hier – mit Ungeduld erwartet werden.

In den gängigen Weihnachtslieder, wie „O Tannenbaum“, „Stille Nacht, heilige Nacht“, „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“, „Ihr Kinderlein, kommet“ geht es fast immer um die feierliche Stimmung, die in der dunklen Jahreszeit durch Kerzenlicht und Tannenduft hergestellt wird.

Weihnachten gilt als Fest der Kinder. „Morgen, Kinder, wird’s was geben, morgen werdet ihr euch freun!“ Diese Verheißung steht dahinter. Sie in der Kunst bildlich auszudrücken, bedarf es einiger Psychologie.

Und deshalb kommt dieses Thema auch ziemlich selten vor. Nicht nur in den erwartungsvollen Gesichtern kann die Vorfreude sich spiegeln, auch in Haltungen, sogar in Rückenansichten, wie hier bei dem schwedischen Maler Carl Larsson (1853-1919), der nicht müde wurde, seine Kinder zu beobachten und mit schnellen Skizzen ins Bild zu bringen, die er später im Atelier ausführte. Dabei erfasste er jedes Kind in seiner Besonderheit.

Das kleinste Mädchen mit Lätzchen und O-Beinen steht links am Türrahmen und ist als einzige auf den Betrachter ausgerichtet, indem es ihn lustig und listig anlächelt. Das ältere Mädchen im Schulanfängeralter hält horchend ein Ohr an die Tür, wie auch hinter ihr der kleinere Junge, während der etwas größere rechts auf den Fußspitzen steht und durchs Schlüsselloch lugt.

Da sind kindliche Verhaltensweisen altersgerecht treffend erfasst. Carl Larsson, dessen Frau Karin Bergöö auch Malerin war, zeigt hier - wie in zahlreichen Arbeiten - wie anredend sein Familienumkreis für ihn war.
 

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