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Geologisches Museum Raben Steinfeld : Mecklenburg ist steinreich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geschichten aus dem Museum: Reinhard Braasch und sein Geologisches Museum Raben Steinfeld

Ein großer Feldstein, der in der Nähe von Raben Steinfeld lag, fiel Reinhard Braasch auf. Er hatte etwas Besonderes an sich. Aber was? Der Hobby-Geologe transportierte den Stein in seinen Garten, dann in den vorderen Ausstellungsraum seines Museums. Jetzt, nachdem er das Geheimnis des Rundlings gelüftet hat, ist dieser das Highlight im Geologischen Museum in Raben Steinfeld.

„Wir versuchen die Menschen für die Erdgeschichte Mecklenburgs zu begeistern. Wir wollen Einheimischen und Touristen vermitteln, worauf sie hier stehen“, beschreibt der Sammler Reinhard Braasch sein Anliegen. Im Eingangsbereich des Museums erhalten Besucher einen Blick über die Landschaft. Zu sehen sind die Ostsee, die Insel Rügen und der Standort des Museums. Es befindet sich auf einer Endmoräne am Rand der Mueßer Gletscherpforte.

In unmittelbarer Nähe der geologischen Exhibition bahnte sich in der letzten Eiszeit das Wasser eines abschmelzenden Gletschers seinen Weg. Das Eis schob Geröll von Skandinavien durch die Ostsee nach Mecklenburg. In Raben Steinfeld, der Name Steinfeld lässt es ahnen, lagerten sich zahlreiche Findlinge ab. Geologisch liegt Mecklenburg-Vorpommern auf dem Urkontinent Baltika, einer der vier großen Landmassen, die im Kambrium vor 450 Millionen Jahren auf der Erde existierten. Im Geologischen Museum kann man anhand von Gesteinen und Fossilien durch die Erdgeschichte reisen. Modelle erklären die geologische Entwicklung. Die Reise beginnt in der jüngsten Erdgeschichte mit dem Zarrentiner Gestein. Es folgt das Raben Steinfelder Gestein und dann das Sternberger Gestein, bekannt als Sternberger Kuchen. Hübsch anzusehen, aber schwer verdaulich.

Diese Gesteinsart kommt nur hier in Mecklenburg vor. Man findet unglaubliche 600 Tierarten darin. Reinhard Braasch hat die größte Sammlung dieses speziellen Gesteins zusammengetragen. Andere Steine in seiner Sammlung ähneln einer Matroschka-Puppe. Sie haben ein Innenleben. Oder klappern sogar. Die Klassiker sind Steinkerne, landläufig Seeigel genannt. Ein großer Hühnergott mit zwei Löchern, Einschlüsse in Feuersteinen, Muscheln und vieles andere mehr warten auf den Besucher. Die Entstehung von Feuersteinen, dem härtesten Gestein in unserer Gegend, wird erklärt.

Die Steine und Fossilien hat der ehemalige Schlosser, der sich schon als Kind für das Fachgebiet begeisterte, zusammen mit seiner Frau Renate gesammelt, getauscht oder geschenkt bekommen.

Einmal parkte sogar ein Wohnmobil mit Touristen aus Bayern vor der Tür des 2004 gegründeten Museums. Sie zeigten dem Museumschef stolz ihre Urlaubsausbeute: zwei Eimer mit Hühnergöttern von der Ostsee.

Ein anderes Exponat stammt aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Als Reinhard Braasch am Grundstück des benachbarten Malermeisters vorbei ging und den Grenzstein sah, staunte er nicht schlecht. „Ich habe gleich gesehen: Das sind Spuren von Lebewesen! Ich fragte, ob ich den Stein bekommen könnte. Der Nachbar meinte: Nein, das sei der Eckstein für sein Grundstück. Ich habe ihm dann einen anderen Stein zum Tausch angeboten“, so der Fossilienkenner. Die Grundstücksmarkierung erwies sich als versteinerter Wohnbau von wurmartigen Lebewesen (Skolithos linearis) aus dem Kambrium, ca. 550 Millionen Jahre alt. Dieser Stein steht jetzt direkt neben dem geheimnisvollen Rundling, der sich als Stromatolith entpuppte. Stromatolithen sind die ältesten Fossilien, die man in Mecklenburg finden kann.

Das Geologische Museum Raben Steinfeld erwartet seine Besucher ab 16. April mit einer neu gestalteten Ausstellung. In der zum Museum gehörigen Manufaktur werden auch Steine von Besuchern zu Schmuckstücken geschliffen oder die Gesteinsart kostenlos bestimmt. Für Sammler ist sicher die Tauschbörse für Mineralien und Fossilien am 1.  Oktober 2016 im Gemeindehaus Raben Steinfeld interessant.

Elvira Grossert


Geologisches Museum,
Reinhard Braasch, Ringstraße 11, 19065 Raben Steinfeld, Telefon: 03860 247, Email: info@geologisches-museum.de


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