Waldmäuse : Kleine Maus mit großem Appetit

Dem Mecklenburg-Magazin-Autor Erich Hoyer gelangen mehrere Aufnahmen einer Waldmaus.  Fotos: Hoyer
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Dem Mecklenburg-Magazin-Autor Erich Hoyer gelangen mehrere Aufnahmen einer Waldmaus. Fotos: Hoyer

Waldmäuse dringen im Winterhalbjahr gern in Wohnhäuser ein / Hauswände klettern sie spielend hinauf

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26. November 2015, 09:52 Uhr

Eigentlich ist der Name Waldmaus (Apodemus sylvaticus) für die kleine, langschwänzige Maus mit den relativ großen Knopfaugen irreführend, denn sie bewohnt weniger die Wälder, sondern mehr offene Lebensräume. In Gärten und Parks ist sie genauso häufig zu sehen wie an Gewässern, Feldrändern oder Brachland.

Leider dringt sie im Winterhalbjahr auch gern in Wohnhäuser oder andere Gebäude ein und nagt dort so ziemlich alles an, was irgendwie als Nahrung verwertbar erscheint oder als Nestbaumaterial verwendet werden kann. So gehört sie vor allem in ländlichen Gebieten zu den häufigsten Opfern von gestellten Mausefallen und ist auch beliebtes Beutetier der Hauskatzen. Wegen der hohen Vermehrungsrate ist diese Maus trotzdem weit davon entfernt, als bedrohte Art zu gelten.

Will die Maus in ein Dachgeschoss eindringen, klettert sie ohne weiteres senkrecht die Hauswand hinauf, sofern rauher Putz ihr das ermöglicht. Leicht wird es ihr gemacht, wenn Efeu oder andere Fassadenbegrünung vorhanden sind.

Trotz der Häufigkeit kann auch bei dieser Art die Vermehrungsrate beträchtlich schwanken. Das hängt stark vom vorhandenen Nahrungsangebot ab. Normalerweise gibt es drei Würfe im Jahr. Nach einer Tragzeit von reichlich drei Wochen werden drei bis acht Junge zur Welt gebracht, die nur jeweils circa zwei Gramm wiegen. Noch im Jahr ihrer Geburt werden die Jungen bereits geschlechtsreif.

Sobald eine gute Nahrungsquelle ausgemacht ist, wird fleißig gesammelt und die Samen, Körner oder Früchte in eine meist unter der Erde gelegene Vorratskammer gebracht. Auch Insekten und andere Kleintiere werden genommen.

Selbst wenn Futterschädlinge wie Ratten oder Hausmäuse in den Vorratsbereichen unserer Kleintierhaltungen fehlen, sollte das Futter immer gut verschlossen in Metallgefäßen aufbewahrt werden, denn es ist erstaunlich, mit wie viel Energie die Mäuse sich solche Nahrungsquellen erschließen. Leider kommen zu den Vorratsschädlingen noch andere Mausarten hinzu, wie die Rötelmaus, die Brandmaus und die der Waldmaus recht ähnliche Gelbhalsmaus, die alle in Stallanlagen oder andere Gebäude eindringen können.
Die Waldmaus ist wesentlich kleiner als die verwandte Gelbhalsmaus. Etwa 20 Zentimeter werden von der Nase bis zur Schwanzspitze gemessen. Sie wiegt meist um die 20 Gramm. Die Fellfär-bung kann von grau bis rötlichbraun bei älteren Tieren variieren. Solche rötlich gefärbten Tiere sollten nicht mit der ebenfalls so gefärbten Rötelmaus verwechselt werden. Letztere hat einen viel kürzeren Schwanz.

Während die ähnliche Gelbhalsmaus eine gelbliche Brustzeichnung besitzt, fehlt diese meist bei den Waldmäusen beziehungsweise ist viel kleiner und nur als gelblicher Fleck im Brustfell ausgebildet.

Die Waldmaus besiedelt im übrigen ganz Mecklenburg-Vorpommern und Europa (bis auf den Hohen Norden) sowie Nordafrika.

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