Förster : Grün, ja grün, sind alle meine Kleider...

Mit Uniform: Forststudenten 1950 in Raben Steinfeld  Repro: Hesse
Mit Uniform: Forststudenten 1950 in Raben Steinfeld Repro: Hesse

Die Uniform der Förster und deren Geschichte: Mecklenburger widersetzten sich anfangs neuen Uniformregeln im dritten Reich

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15. Januar 2016, 00:00 Uhr

Ihren grünen Rock haben die Förster stets mit Stolz und Würde getragen. Ursprünglich waren es die Jäger, die ihren Rang – ob nun als Oberjäger, Oberjägermeister oder Hofjägermeister durch entsprechende Uniformen deutlich machten. Jagdpagen, Hofjäger und Jagdjunker hatten am Hofe von Fürsten zunftgerecht zu erscheinen. Später erfüllten diese Gruppen zunehmend forstliche Aufgaben und nannten sich dann Holzknechte, Forstläufer, Waldläufer, Holzvoigts, Hegemeister und auch Revierförster.

Förster trugen zu Zeiten des Großherzogs im 19. Jahrhundert Uniformen mit Schulterstücken, wozu auch ein auffallend geformter Försterhut gehörte. Mecklenburgische Forstbeamte hatten andere Uniformen und Amtsbezeichnungen als im Land Preußen.

Damals wurde jeder Forstbedienstete zum Tragen der Uniform verpflichtet. Je nach Regierungsform gab es diverse Neuerungen, die 1933 ins Extreme gesteigert wurden. In jenem Jahr entbrannte, wie auf allen nur erdenklichen Gebieten, auch bezüglich der Forstuniformvorschriften ein ideologischer Kampf. Im Reichsforstamt Berlin drückte der Reichsforst- und Reichsjägermeister Göring immer mehr auf die Vereinheitlichung der Uniformen. Die Uniformregeln sahen vor, dass alles preußisch durchdrungen sein sollte. Bedenken vom Oberlandforstmeister von Bülow aus Schwerin, diese neue Uniformordnung in Mecklenburg umzusetzen, wurden in Berlin vom obersten Forstchef des Reiches im Auftrage Görings abgewiesen. Fast alle Länder hatten bereits den Stil der preußischen Forstuniform übernommen. Mecklenburg sollte sich nun auch endlich zum sogenannten „Fortschritt“ bekennen.

Bald flatterten in den 42 staatlichen mecklenburgischen Forstämtern präzise Vorschriften auf die Diensttische. Am 15. April 1935 erging vom Staatsministerium Schwerin eine Order an alle Landräte und kreisfreien Städte Mecklenburgs, dass die forstlichen Beamten dieser Körperschaften Uniformen der Staatsbeamten zu tragen hätten. Damit mussten diese sich den neuen Regeln unterwerfen und konnten der mecklenburgischen Tradition „Allens bliwwt bin ollen“ nicht mehr folgen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Uniform im Gegensatz zu Westdeutschland in der DDR Vorschrift für die Forstbediensteten.

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