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Schweriner Baukunst : Gewölbe über dem Wasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

zeugen der Baukunst früherer Zeiten: Schwerin und ihre alten Gewölbebrücken

Gegenwärtig wird in Schwerin eine der ältesten Brücken, die Gewölbebrücke an der Schleifmühle, saniert und damit ein altes technisches Denkmal erhalten. Es ist nicht die einzige Gewölbebrücke in der Landeshauptstadt: Neben weiteren Ziegelbauwerken gibt es zum Beispiel auch die im Zuge der Sanierung zu DDR-Zeiten als Betongewölbe wieder hergestellte Schlossbrücke.

Gewölbebrücken aus Naturstein haben bereits die Römer gebaut. Erhalten sind die Brücke von Alcantara in Spanien sowie verschiedene Aquädukte, die technisch den Gewölbebrücken zugeordnet werden können. Die Brücke von Alcantara wurde etwa 105 u. Z. fertig gestellt und hat eine Länge von 194 Metern. Den ersten Aquädukt, die Aqua Appia, errichteten die Römer bereits 312 v.u.Z. Besonders bekannt ist aus den Geschichtsbüchern der Aquädukt Pont du Gard bei Nimes in Südfrankreich. Die älteste deutsche Gewölbebrücke ist die Steinerne Brücke über die Donau in Regensburg. Sie wurde 1135 bis 1146 erbaut und hat eine Länge von 336 Metern.

Gewölbe tragen die vertikalen Lasten des Verkehrs und ihres Eigengewichts in die Widerlager als horizontale und vertikale Lasten ein. Das erfordert starke Widerlager und tragfähigen Baugrund. Dieser ist gerade an Brückenstandorten oft nicht gegeben, so auch bei der Brücke an der Schleifmühle. Es ist erforderlich, das Widerlager sowohl hinsichtlich der Gründung als auch des Eigengewichts zu ertüchtigen.

Eine ähnliche Aufgabe wurde in den vergangenen Jahren bereits bei der Aubachbrücke am Pfaffenteich gelöst.

Anders verhält es sich bei der weitgehend unbekannten Brücke von der ehemaligen Bischofsmühle über den Aubach, gelegen am Bürgermeister-Bade-Platz. Diese steht zwar unter Denkmalschutz, hat aber keine Funktion mehr und befindet sich in einem desolaten Zustand.

Auch in der Umgebung von Schwerin finden sich Brückendenkmale, deren Zustand bedenklich ist, darunter die Stepenitzbrücke bei Schönfeld, die auf eine Sanierung wartet. Eine fast nicht auffindbare Gewölbebrücke mit geringem Querschnitt, aber größerer Länge in offensichtlich gutem Zustand befindet sich am Nordende des Neumühler Sees an der Grenze der Gemarkungen Brüsewitz und Gottmannsförde tief unter der Bundesstraße 104.  

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erstellt am 13.Mai.2016 | 00:00 Uhr

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