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Frühjahrsschlacht Arras 1917 : Flugzeuge und Panzer greifen ein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Frühjahrsschlacht bei Arras 1917 starben mehr als 250 000 Soldaten. 74 Gefallene aus Mecklenburg ruhen in Cambrai

Das Kriegsjahr 1916 hatte für keine der kriegführenden Parteien eine Entscheidung gebracht. An der Westfront, wo der größte Teil der mecklenburgischen Truppen eingesetzt wurde, führten die Schlachten bei Verdun und an der Somme zu ungeheuren Verlusten an Menschenleben. Im Februar 1917 nahm das Deutsche Reich unter dem Eindruck dieser Verluste eine großanlegte Frontverkürzung („Unternehmen Alberich“) vor, um günstigere Voraussetzungen für eine defensive Kriegsführung zu schaffen. Frankreich und Großbritannien hatten sich für das Kriegsjahr 1917 auf weitere Großoffensiven an der Westfront festgelegt. Dabei hoffte man, in einer Art zangenartigen Operation große Teile des deutschen Heeres einzuschließen und den Durchbruch zur Kriegswende einzuleiten.

Die britische Führung entschied sich, ihren Großangriff bei Arras anzusetzen. Insgesamt stellte die britische Seite rund eine halbe Million Soldaten bereit, gegliedert in 16 Infanterie- und drei Kavallerie-Divisionen. Die deutsche Front verfügte an diesem Abschnitt über zwölf Infanterie-Divisionen und fünf weitere Divisionen in der Reserve mit insgesamt 300 000 Mann. Der Wandel der Kriegsführung hatte dazu beigetragen, dass modernes Gerät wie Flugzeuge und Panzer immer mehr an Bedeutung gewannen. In diesem Zusammenhang verstärkte die britische Führung die Luftaufklärung in ihrem Angriffsabschnitt, um ein detailliertes Bild der deutschen Verteidigungsstellungen und Grabensysteme zu gewinnen. Beim Einsatz von 365 Flugzeugen sollten einerseits eine vollständige Luftüberlegenheit errungen und andererseits alle wichtigen Abschnitte der deutschen Verteidigung fotografiert werden.

Soldatenfriedhof Cambrai
Soldatenfriedhof Cambrai Foto: Richter
 

Nach dem tödlichen Absturz des Dessauer Jagdfliegers Oswald Boelcke stand bald ein anderer deutscher Pilot im Licht der Öffentlichkeit: Manfred von Richthofen. „Der Rote Baron“ hatte sich nicht nur als Jagdflieger einen Namen gemacht, sondern auch als Staffelführer. Seine Einheit – die Jagdstaffel 11 – wurde mit ihren buntbemalten Maschinen als „Fliegender Zirkus“ an der Westfront bekannt. Mit Beginn der Frühjahrsschlacht bei Arras am 9. April 2017 wurde auch die Jagdstaffel 11 an diesen Frontabschnitt verlegt. Die Zusammenfassung deutscher Fliegerkräfte und die überlegenen deutschen Flugzeugtypen vom Typ Albatros DIII, die vor allem Richthofens Staffel verwendete, führten zu katastrophalen Verlusten der britischen Luftstreitkräfte und gingen als „Bloody April“ (Blutiger April) in die Geschichtsschreibung ein. Die britische Seite verlor während der Schlacht 275 Flugzeuge und 400 Besatzungsmitglieder.

Das mecklenburgische Grenadierregiment 89 wurde aus einer Ruhestellung zur Verstärkung bayerischer Truppen an die Front geworfen. Die Luftkämpfe über der Front beobachtete Leutnant der Reserve Rau, der in der „Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Grenadier-Regiments Nr. 89“ darüber berichtet: „In der Nacht vom 12. bis 13. April wurden wir nach Izel zurückgezogen, wo wir täglich die Heldentaten der Fliegerstaffel Richthofen, der „roten Teufel“ (die Flugzeuge waren überwiegend rot bemalt) bewundern konnten. Ein englischer Flieger nach dem andern, die zu Hunderten die Luft durchschwirrten, wurde heruntergeschossen…“

Die britische Armee begleitete ihre Angriffe vermehrt mit Panzern (engl. Tanks), die auch im Abschnitt der mecklenburgischen Grenadiere zum Einsatz kamen; Leutnant Rau: „Ich blieb mit der 6. Kompanie vorläufig als Reserve beim Bataillons-Führer, Hauptmann v. Alt-Stutterheim, in einem Hohlwege vor Roeux. Bald kam die Meldung, dass der Gegner … auch Tanks auffuhr. Mit dem Beobachten der feindlichen Tanks beschäftigt, die auf einer Höhe in 5-6 km Entfernung zu sehen waren und von unserer Artillerie beschossen wurde, die sich leider … als viel zu schwach erwies, wurde ich zum Bataillonsführer gerufen, der mir den Befehl erteilte, sofort in die vordere Linie auszuschwärmen.“ Auch diese britische Großoffensive, die am 16. Mai 1917 zu Ende ging, erreichte ihre Ziele nicht. Der britische Befehlshaber und Planer der Offensive, General Edmund Allenby, wurde an die Palästina-Front versetzt. Über 250 000 Soldaten beider Seiten fielen. Das Gros (74 Mann) der mecklenburgischen Gefallenen ruht auf dem Soldatenfriedhof Cambrai.

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