Frühling : Ein Monat der Vorfreude

Die Sonnenuntergänge können im Februar besonders spektakulär sein.
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Die Sonnenuntergänge können im Februar besonders spektakulär sein.

Winterlinge und Schneeglöckchen zeigen ihre Köpfe. Ende des Monats beginnt der Vogelzug

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08. März 2016, 09:30 Uhr

In manchen Jahren ist im Februar die Zeit der strengsten Kälte und des tiefsten Schnees. Eine ganze Reihe von uralten Bauernregeln, in denen oftmals viel Wahrheit steckt, gibt die Bedeutung des zweiten Monats im Jahr für das Wetter und die Ernte im Jahreslauf wieder: „Fehlt im Februar der Regen, fehlt dem Gras und Korn der Segen“ oder „Alle Monate im Jahr brauchen nassen Februar“. Und „Lässt sich im Februar Donner hören, kann man auf warmen Sommer schwören“. Der Februar ist also die Zeit, in der sich das Grundwasser auffüllt, der Boden und die Gewässer möglichst bis zum Rand gefüllt sein sollten.

Besonders interessante Bewohner der Gewässer, im Februar gut zu beobachten, sind der Biber, der sich jetzt Futternachschub in Form von Weidenzweigen holen muss, und die hübsche Bartmeise, die truppweise durch die Schilfbestände zieht. Hasen und Kaninchen, die sich normalerweise von Gräsern, Kräutern und Früchten ernähren, müssen sich nun mit der Rinde der unteren Stammbereiche von Bäumen und Sträuchern oder von Zweigen begnügen.

Kein Nahrungsmangel herrscht für die Kreuzschnäbel, typische Vögel der Nadelwälder. Da sie sich von den Samen (in den „Zapfen“) der Nadelbäume ernähren, ist für sie der Tisch reich gedeckt. In Jahren mit reichlichem Zapfen beginnen die Kreuzschnäbel bereits im Januar mit dem Brüten. Man kann also in tief verschneiten Kiefern- und Fichtenwäldern im Februar Nester mit Eiern dieser Vögel finden! Aber Vorsicht – die Tiere nicht stören! Die herrschende Kälte würde die angebrüteten Eier sonst schnell abtöten. Schwer haben es dagegen die Schleiereulen, die oftmals zum Brüten oder zur Überwinterung Kirchtürme, Dachböden oder Scheunen aufsuchen. In den Scheunen finden sie nun am ehesten noch ihre Hauptbeute, die Mäuse. Ein Einflugloch am Giebel einer Scheune, das nicht verschlossen wurde, half schon so mancher Schleiereule, für sie gefährliche Winter mit hohen Schneedecken zu überste-hen. Jäger helfen jetzt auch den Greifvögeln, den Bussarden, Milanen, Habichten und Adlern, indem sie die „Aufbrüche“, also die Innereien der geschossenen Tiere an „Luderplätze“ bringen, damit die Greife den Winter überleben. Auch Fischabfälle und Ähnliches kann an solche Plätze gebracht werden. Hier stellen sich auch schnell, wenn die Gewässer zugefroren sind, Graureiher ein. Aber der Februar ist auch der Monat der Vorfreude auf das Blühen, auf den Frühling. Bei frostfreiem Wetter zeigen sich im Februar bereits die wunderschönen gelben Winterlinge, als erste Blumen des Jahres, die Schneeglöckchen beginnen mit der Blüte und die Weiden lassen bereits ihre Kätzchen blicken.

Gegen Ende des Monats beginnt der Vogelzug. Tausende nordische Gänse und Kraniche machen sich bereits auf den Heimweg in die Brutgebiete. In diesem Jahr mit den milden Tagen Anfang Februar ist bei den heimischen Kranichen bereits Revierverhalten zu beobachten und auch die Graugänse sind paarweise in den Brutgebieten zu sehen. Auch die Seeadler haben schon ihre Horste bezogen.

Ende Februar kommen Singvögel wie die Bachstelze und die Rohrammer zu uns zurück. Letztere überwintert auch hin und wieder bei uns. Bei hohen Schneedecken und Frost sollte im Garten die Fütterung der Kleinvögel nicht vergessen werden. Auch die Nistkästen müssen nun gereinigt werden – Kohlmeisen, Blaumeisen und Feldsperlinge werden es den Gartenfreunden durch das Absammeln von Schädlingen an den Gartenkulturen danken.

Nach Schneefällen kommen auch einmal sonst selten zu sehende Gäste an die Futterplätze wie Kernbeißer, Eichelhäher oder Wacholderdrosseln und hin und wieder holt sich ein Sperber einen unaufmerksamen Kleinvogel von der Fütterung.

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