Hermann Willebrand : Ein Mecklenburger Baumeister

Hermann Willebrand um 1850
Foto:
Hermann Willebrand um 1850 Repro: Landesbibliothek MV

Vor 200 Jahren wurde der Architekt Hermann Willebrand geboren

svz.de von
11. März 2016, 09:05 Uhr

Zu den interessanten Baumeistern, die Mecklenburg im 19. Jahrhundert hervor- brachte, gehörte Hermann Willebrand, der es als mecklenburgischer Baubeamter bis zum Hofbaumeister sowie Oberhofbaurat brachte und sich besonders dem Klassizismus und dem Historismus widmete. Er war überaus produktiv und hinterließ eine Fülle an Bauten. Die Palette reicht von der Mitwirkung an der Umgestaltung des Schweriner Schlosses über das Hauptgebäude der Rostocker Universität bis zum Museum am Alten Garten in Schwerin. Damit schuf er Gebäude, die bis heute wegen ihrer architektonischen Meisterschaft beeindrucken und zu touristischen Anziehungspunkten geworden sind.

Hermann Willebrand wurde am 16. März 1816 in Melz bei Röbel an der Müritz geboren. Er entstammte einer Familie, die über Jahrhunderte Pfarrer hervorbrachte . Auch Willebrands Vater wirkte als Pastor, die Mutter war eine Pastorentochter aus Neubrandenburg.

Der Junge wurde zunächst vom Vater unterrichtet, absolvierte dann das Gymnasium Carolinum in Neustrelitz und studierte nach einer Bauhandwerkerlehre in Berlin an der Bauakademie. Hier kam er in die Obhut von Friedrich August Stüler. Ab 1839 wirkte er als Baukondukteur der Großherzoglichen Kammer in Schwerin. Willebrand arbeitete nun unter Georg Adolph Demmler bei solchen Bauvorhaben wie dem Krankenhaus in der Schweriner Werderstraße, dem Arsenal am Pfaffenteich, dem Marstall und dem Schauspielhaus mit. Zwischendurch reiste er mit seinem Chef zu den Schlössern der Loire, um sich Anregungen für das Schweriner Schloss zu besorgen. Mit Erfolg. Dort hatte es den beiden Architekten besonders das berühmte Schloss von Chambord angetan. Die Umsetzung der französischen Anregungen vollbrachte Willebrand in Schwerin unter seinem vormaligen Lehrer Stüler. Mittendrin wurde er nach der Entlassung Demmlers 1853 zu dessen Nachfolger berufen. Jetzt nahm seine Karriere richtig Fahrt auf.

Willebrand wurde bei Einweihung des Schweriner Schlosses 1857 Hofbaurat, sorgte für die Stiftskirche im Stift Bethlehem in Ludwigslust, für Landarbeiterhäuser in Raben Steinfeld, für Schlösser in Matgendorf sowie Klein Trebbow und für das Rostocker Universitätsgebäude im Stil der Neorenaissance nach italienischen Vorbildern. Dazu gesellten sich Um- und Erweiterungsbauten wie beim Neustädtischen Palais in Schwerin. Zwischendurch war der Hofbaumeister auch für den Bau des Gymnasiums Fridericianum am Schweriner Pfaffenteich, die Schaffung des Landesdenkmals für die Helden des antinapoleonischen Befreiungskrieges in Güstrow und die Siegessäule zum Gedenken an den Deutsch- Französischen Krieg am Alten Garten in Schwerin verantwortlich.

In Anerkennung seiner Leistungen erhielt Willebrand zahlreiche Auszeichnungen. So wurde er zum Ritter des Hausordens der Wendischen Krone geschlagen und mit dem Comthurkreuz des Großherzoglich Mecklenburgischen Hausordens der Wendischen Krone geehrt. Willebrand starb am 10. Juni 1899 in Schwerin, wo er auf dem Alten Friedhof seine letzte Ruhe fand.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen