zur Navigation springen

Hugo Baum : Ein herausragender Botaniker

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hugo Baum erschloss als einer der ersten Pioniere das Innere Afrikas auf botanische Weise

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2017 | 00:00 Uhr

Hugo Baum stammte eigentlich aus der Lausitz, erlangte als Botaniker durch seine Forschungsarbeit internationale Bekanntheit und hatte seine Hauptwirkungsstätten in Berlin, im Inneren Afrikas, in Rostock und in Mexiko. Nach seinem Tod wurden 70 Pflanzen in Aner-kennung seiner Leistungen nach ihm benannt. Zum 150. Geburtstag erscheint über den Botaniker eine Biographie. Im Vorfeld gab es dazu im November 2016 vom Autor im Hörsaal des Lehrstuhls Zoologie der Rostocker Universität eine Vortragsveranstaltung für Botanikfreunde.

Hugo Baum wurde am 17. Januar 1867 in der Stadt Forst in der Lausitz geboren. Sein Vater war bei der Eisenbahn beschäftigt und zog mit seiner Familie bald nach Guben an der Neiße, wo der Knabe seine Kindheit und Jugend verbrachte. Er begeisterte sich hier früh für die Na-tur, erschloss sich die Tier- und Pflanzenwelt und besuchte das Gubener Realgymnasium. Anschließend absolvierte der Eisenbahnersohn eine Gärtnerlehre in der Schlossgärtnerei im schlesischen Nettkow. Mit Erfolg.

Mit seinem Fleiß und seinem Geschick im Umgang mit Pflanzen erwarb er das besondere Vertrauen seines Lehrherrn, der ihn zum Studium an die Gärtnerlehranstalt in Proskau vermittelte. Nach zwei Studienjahren beendete er das Examen in allen 34 Fächern mit der Note „Sehr gut“. Mit diesem Abschluss wurde er sofort als Gärtner in Crossen angestellt und nach der Ableistung der Militärzeit bei einer Pioniereinheit in Magdeburg vom Botanischen Garten in Berlin übernommen.

Hier legte der junge Botaniker so richtig los. Er offenbarte besondere Fähigkeiten im Umgang mit Palmen, Sukkolenten und mit Wasserpflanzen. Seine Sachkenntnis und sein Engagement trugen ihm 1899 nach zehnjähriger erfolgreicher Arbeit in Berlin die Berufung in die „Kunene-Sambesi-Expedition“ von Peter van der Kellen ein, die ihn nach Afrika führte, wo er zwei Jahre die Flora des tropischen Afrikainneren erforschte. Das war Pionierarbeit. Baum gilt seither als der erste Botaniker, der in diesem Umfang das Innere Afrikas botanisch erschloss. Nach seiner Rückkehr übernahm der Botaniker in Rostock eine Anstellung als Gartenmeister. Bei dieser Entscheidung war wohl auch die Liebe im Spiel. Noch 1901 heiratete Baum Auguste Tank aus Federow bei Waren an der Müritz.

Der Botaniker sorgte als Gartenmeister in Rostock für frischen Wind, brachte ein Buch über seine Afrika-Expedition heraus und festigte die Bekanntschaft zu Hans Wilhelm Viereck aus Schorrentin bei Neukalen in Mecklenburg. Diese Verbindung hatte auch Bestand, nachdem Viereck nach Mexiko ausgewandert war und dort als Farmer zu neuen Ufern strebte. Mehr noch. Viereck schickte Pflanzen aus Mexiko, besonders Sukkolenten, und lud den botanischen Gesinnungsfreund in Rostock zu einem Besuch ein. Das gedieh für den Botaniker zur zweiten Expedition.

In Mexiko erschloss Baum dann die Pflanzenwelt systematisch und stieß dabei auch auf einige Neuheiten bzw. bisher in der Wissenschaft noch unbekannte Arten. Nach seiner Heimkehr nach Rostock ließ es Baum dann allerdings mit wachsendem Alter ruhiger angehen. Neue Buchprojekte lehnte er nach 1926 ab.

Er lebte mit seiner Frau zuletzt sehr zurückgezogen in Rostock, erlebte die Brandnacht 1942 und überlebte letztlich den Krieg mit Glück und in ständiger Angst. Nach dem Kriegsende blieben dem Botaniker nur noch wenige Jahre. Er starb am 15. April 1950 arm und im sprichwörtlichen Abseits in Rostock. Erst die späteren Nachforschungen von Peter A. Mansfeld und die damit verbundenen Veröffentlichungen (Hugo Baum - die Lebensgeschichte eines deutschen Botanikers, 2012) brachten Baum wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses. Nun werden seine Leistungen als Botaniker auch an der Rostocker Universität berücksichtigt. Dort gilt er als wichtiger, mit dem Botanischen Garten verbundener Forscher. Auch nennt sich eine Ortsgruppe der Rostocker Kakteenfreunde „Hugo Baum“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen