Lurche beginnen ihre Wanderung : Durchmarsch der Amphibien

Während der Paarungszeit färben sich die Männchen der Moorfrösche blau. Das Spektakel lässt sich gut im Naturschutzgebiet  Müritz-Ribnitzer Großes Moor (Graal-Müritz) beobachten.
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Während der Paarungszeit färben sich die Männchen der Moorfrösche blau. Das Spektakel lässt sich gut im Naturschutzgebiet Müritz-Ribnitzer Großes Moor (Graal-Müritz) beobachten. Fotos: Hoyer

Der Frühling gibt das Startsignal: Im März beginnen Lurche ihre Wanderung zu den Laichgewässern

svz.de von
11. März 2016, 09:08 Uhr

Im März zieht der Frühling ins Land. Die Sonne geht nun wieder früher auf. Das ist das Startsignal für die Vögel, die zeitig im Jahr mit der Brut beginnen, mit ihrem Gesang ein Gebiet zu markieren und ein Weibchen heranzulocken. Wer jetzt noch keine Nistkästen im Garten aufgehängt hat, sollte das unbedingt noch bis Mitte des Monats tun. Mitunter sind schon zwei Wochen später Eier von Blaumeise, Kohlmeise, Feldsperling, Kleiber oder Star darin.

Die ersten Frühblüher zeigen im März bereits bunte Blüten: der gelbe Huflattich, Schneeglöckchen und Märzenbecher, die Schlüsselblume und das Gänseblümchen gehören dazu. In Parkanlagen und Gärten öffnet der Krokus seine blauen und lilafarbenen Kelche. Manchmal werden die ersten Tulpen im Garten oder die gelben Forsythienblüten von Schneeschauern überrascht, was ihnen aber meist nicht schadet.

Viele der nun schon blühenden Gehölze stammen ursprünglich nicht aus Mitteleuropa. In kaum einem Park fehlt die Kornelkirsche aus der Türkei, die bereits blüht, noch ehe sich ihre Zweige belauben. Auch die Forsythia stammt aus China und Japan, so wie die Tulpen und die Hyazinthen aus Vorderasien kommen.

Übrigens sind die meisten Frühblüher unserer Gärten ziemlich giftig. So verursacht der Saft der Schwarzen Nieswurz ein heftiges Brennen auf der Haut, auch die Knolle des Schneeglöckchens ist mit Vorsicht zu behandeln und der duftende im März blühende Seidelbast bildet schöne rote Beeren aus, wovon zehn bis zwölf gegessene schon das Leben kosten können. Sogar das hübsche Leberblümchen, das nun in Parks und Buchenwäldern blüht, hat ein Gift entwickelt. Dieses verhindert, dass die Blätter von Tieren gefressen werden. In getrocknetem Zustand ist das Leberblümchen aber ungiftig und wird sogar als Heilpflanze verwendet. Selbst die schöne, blaublühende Kuhschelle sollte man nicht etwa – was Kinder mit vielen Pflanzen gerne tun – in den Mund nehmen, denn das hätte gefährliche Darm- und Nierenentzündungen zur Folge.

An warmen Tagen verlassen die Schmetterlinge, die in Spalten und Ritzen überwintert haben, ihr Quartier. Zitronenfalter, Kleine Füchse und Tagpfauenauge flattern dann wieder umher. Sie nehmen im Frühjahr keine Nahrung mehr zu sich, suchen die Futterpflanzen ihrer Larven auf, legen daran ihre Eier ab und sterben dann. In der zweiten Hälfte des März kehren die ersten Zugvögel zu uns zurück. Die Feldlerche singt bereits auf den Wiesen und im Garten wippt die schwarz-weiße Bachstelze wieder mit ihrem langen Schwanz. Große Scharen bilden die verschiedenen Drosselarten, die nun in Richtung Norden ziehen. Die Stille in den Wäldern ist nun zu Ende. Die Balzzeit der Spechte beginnt und sie suchen sich vibrierende Äste oder tote Bäume, auf die sie in schneller Folge einhämmern, sie „trommeln“. Beim Buntspecht trommeln sowohl Männchen als auch Weibchen. Grünspecht und Mittelspecht trommeln seltener und viel kürzer. Kaum zu überhören ist das laute Trommeln des Schwarzspechtes. Die Spechte singen also nicht, sondern markieren mit dem Trommeln ihr Revier. Auch die Kleiber, die bekannt dafür sind, dass sie die einzigen Vögel sind, die kopfüber den Stamm herunterklettern können, rufen im März schon intensiv und anhaltend. Ende des Monats stellen Naturschutzmitarbeiter entlang der Straßen, in deren Nähe sich Laichgewässer von Kröten und Fröschen befinden, Amphibienzäune auf. Diese sollen verhindern, dass durch den Straßenverkehr viele der zu den Fortpflanzungsgewässern wandernden Lurche totgefahren werden. Doch es müssen bereits Temperaturen über 10 Grad herrschen, damit die Tiere aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern wandern. Selbst wenn ein Gewässer zugeschüttet wurde, zeigt die Erdkröte solch eine Standorttreue, dass sie in jedem Frühjahr wieder zu ihrem Laichplatz wandern wird.

Erdkröten und Grasfrösche sind die ersten Arten am Laichplatz. Etwas später folgen die Moorfrösche und selbst die Molche wandern kurze Strecken. Übrigens sind nur etwa ein Fünftel einer Erdkrötenpopulation Weibchen. Die Männchen sind also in großer Überzahl. Sie haben alle Mühe, ein Weibchen zu erobern und klammern sich zunächst an alles, was sich bewegt. Erst etwas später erkennen sie, ob es tatsächlich ein Weibchen der eigenen Art ist. Ende März sind oftmals schon die schwarzen Laichschnüre der Erdkröten oder auch die Laichballen der Moorfrösche in den Gewässern zu entdecken.

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