Die Primel gehört zum Frühling : Die „Erste“ bringt Farbe aufs Fensterbrett

Eine Primel mit pastellrosa Blüten stand 1956 auch auf dem Geburtstagstisch der Autorin.
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Eine Primel mit pastellrosa Blüten stand 1956 auch auf dem Geburtstagstisch der Autorin.

Eine Primel zum Geburtstag – Kindheitserinnerungen aus den 1950er-Jahren

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11. März 2016, 09:01 Uhr

Nach den Wintermonaten gehört die Primel zu den ersten Blühpflanzen im Frühling. Jahr für Jahr ist sie ein beliebter Zimmer- und Gartenschmuck. Die Blüten mit ihren bunten Farben hellen unsere Stimmung bei dem wintergrauen, sonnenarmen Wetter auf. Der botanische Name „primula “ lässt sich mit „Erstlingsblume“ übersetzen, vom lateinischen Wort „prima“ (die Erste) abgeleitet, was auf die frühe Blüte der Primel hinweist. Zu ihrer Gattung gehören über 300 Arten, die auf der nördlichen Erdhalbkugel zu finden sind. Ihre Hauptverbreitungsgebiete sind im Himalaja und in den ostasiatischen Gebieten. Im „Taschenbuch für Blumen und Wintergärtner“, das 1828 erschien, beschreibt Johann Gottlob Gruner die Primelart Primula veris, „deren Farbnuancierung bis ins Unendliche geht“ und „im Freien als auch im Zimmer gut gedeiht“.

Beim Gang durch das Gartencenter wähle ich ein Exemplar mit pastellrosa Blüten aus. Erinnerungen werden wach an einen Geburtstag im März 1956, als eine Zimmerprimel mit rosa Blüten und einem hohen Stängel auf meinem Geburtstagstisch stand. Heute noch habe ich ihre besondere Verpackung vor Augen: schmückendes rosa Krepppapier umgab wie eine Manschette den Topf aus Terrakotta. Mit diesem Geschenk überraschte mich meine Großmutter Frieda. Sie erzählte mir, dass die kultivierte Topfprimel aus der Gärtnerei mit der wild wachsenden Schlüsselblume verwandt sei. In ihrer Kindheit pflückte sie diese dottergelbe Blume, deren Dolden an ein Schlüsselbund erinnern, auf den Wiesen am Borgwallsee in Pütte. Es gab noch weitere Geschenke auf dem weiß gedeckten Kindertisch für mich. Aus einer kleinen braunen Pappschachtel kullerten mir beim Öffnen des Deckels bunt glänzende Kügelchen entgegen, die zu verschiedenen Mustern arrangiert werden konnten. Dafür gab es eine Pappe mit ausgestanzten Löchern. Mit diesem Perlenmosaikspiel hatte ich schon lange geliebäugelt. Unter dem Tisch lag ein Schuhkarton. Eingewickelt in dünnes Seidenpapier kamen mir warme gefütterte Hausschuhe entgegen. Die braun- gelb karierten Kragenschuhe aus Kamelhaar hatten eine dicke Filzsohle und einen Gitterverschluss aus Metall. Ein praktisches Geschenk, da es in den Räumen unseres Hauses sehr fußkalt war.

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