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Geschichte : Die Anfänge der Sicherheitspolizei

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Schlossstraße 3 war in den Jahren 1928 bis 1935 der Sitz des Landeskriminalamtes

Wer sich dafür interessiert, findet in Schwerin unter der Anschrift Schlossstraße 3 ein durchaus geschichtsträchtiges Gebäude. Es wurde im 18. Jahrhundert als Fachwerkhaus gebaut, aber in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einer massiven Fassade verblendet. Heute sind dort Verwaltungsstellen des Landes untergebracht.

Spannender mögen aber die sieben oder acht Jahre im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts gewesen sein, wie ein Blick in die Polizeigeschichte des Landes Mecklenburg-Schwerin nach Ende des Ersten Weltkrieges zeigt.

Am 14. August 1919 wurde vom damaligen Ministerium des Innern ein Rittmeister Walter Bronsart von Schellendorf unter der Amtsbezeichnung „Staatskommissar der Mecklenburg-Schwerinschen Sicherheitspolizei“ mit der Führung der so bezeichneten Unterabteilung des Ministeriums beauftragt. Sein Sitz befand sich eben in jener Schlossstraße 3. Der Offizier erhielt damit die Aufgabe, die „beschleunigte Aufstellung der Mecklenburg-Schwerinschen Sicherheitspolizei“ zu organisieren. Aber schon am 9. September trat der Rittmeister Bronsart von Schellendorf „von der Leitung des Staatskommissariats“ zurück. Einen Tag später beauftragte Johannes Stelling, Minister des Innern Mecklenburg-Schwerins, den Major Hans Emil Lange (1871-1962) „als ,Chef des Sicherheitswesens für Mecklenburg-Schwerin‘ sämtliche auf diesem Gebiete erforderlichen Maßnahmen, insbesondere aber die Bildung einer Sicherheitspolizei … beschleunigt durchzuführen.“ Beinahe ein Jahr später, am 15. September 1920, zog der Chefstab der Sicherheitspolizei Mecklenburg-Schwerins aus der Schlossstraße 3 in das Arsenal. Mit dem Inkrafttreten des „Gesetz(es), betreffend die Umbildung der Sicherheitspolizei“ am 2. März 1921 wurde die bisherige Sicherheitspolizei in die Ordnungspolizei umgebildet. Sie bestand aus den Kommandos der Ordnungspolizei Schwerin, Wismar, Rostock und Güstrow sowie dem Kommando der Polizeischule in Warnemünde. Schon ab dem 19. November 1920 war eine Kriminal-Abteilung in der Polizei aufgeführt. Deren Aufgaben waren so festgelegt: Kriminalwesen nebst Vernehmungen und Berichterstattungen, Nachrichtensammelstelle in Verbindung mit allen anderen Abteilungen, politische Angelegenheiten, Bearbeitung von Kriminalsachen, Verbindung mit anderen Polizei-Behörden sowie Staatsanwaltschaften und anderen Bewachungs-Behörden (Zoll- und Grenzüberwachung), aber auch Polizeihundewesen und praktischer Polizeiunterricht.

Am 14. März 1921 wurde diese Kriminal-Abteilung der Mecklenburg-Schweriner Landesgendarmerie als „Landes-Kriminal-Abteilung“ und ab 1926 als „Landes-Kriminal-Amt“ (LKA) bezeichnet. Ein solches Amt hatte übrigens auch Mecklenburg-Strelitz. Das Mecklenburg-Schweriner LKA wurde mit dem 1. Dezember 1928 aus der Landesgendarmerie herausgelöst und dem Ministerium des Innern direkt unterstellt. Bis Frühjahr 1928 war dieses LKA im Dienstgebäude der Landesgendarmerie in der Amtstraße 21 - 23 (bis vor wenigen Jahren Sitz der Polizei- wie auch der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin) untergebracht, um dann in die Schlossstraße 3 verlegt zu werden. Dort blieb es bis 1935.

 

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