Gustav Adolf Döring : Der Maler und das liebe Vieh

„Schäfer auf dem Heimweg“: Dieses Bild ist ein Beispiel für Dörings bevorzugtes Motiv.  Fotos: Vineta-Museum
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„Schäfer auf dem Heimweg“: Dieses Bild ist ein Beispiel für Dörings bevorzugtes Motiv. Fotos: Vineta-Museum

Ausstellung „Voll Schaf“ im Vineta-Museum in Barth widmet sich dem Werk des Künstlers Gustav Adolf Döring

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23. März 2018, 00:00 Uhr

Ein bewegtes Künstlerleben endete vor 80 Jahren in der Boddenstadt Barth, dem kleinen aber wichtigen Tor zur Ostsee. Hier wurde der Maler Gustav Adolf Döring 1938 zur letzten Ruhe gebettet – nach aufregenden Jahrzehnten als Maler.

In Berlin geboren, besuchte der vielseitig begabte Döring die dortige Kunstakademie, studierte in allen vier Meisterklassen Tier-, Genre-, Porträt- und Landschaftsmalerei und sorgte mit einem Herren-Porträt auf der Akademie-Ausstellung 1888 für Aufsehen.

Auch in den folgenden Jahren war er mit zahlreichen Gemälden und Radierungen auf den Großen Berliner Kunstausstellungen vertreten, um dann bald darauf sein Glück in der weiten Ferne zu suchen – in New York. Wie viele seiner Zeitgenossen zum Ende des 19. Jahrhunderts wollte Döring naturnah und gleichzeitig möglichst frei und unabhängig leben. Erinnert sei daran, dass in jenem Jahr die später so bedeutende Künstlerkolonie Ahrenshoop ihren Anfang nahm und zahlreiche Maler und Zeichner aus Berlin auf die Halbinsel Fischland/Darß kamen.

Während seines ersten Aufenthalts in New York (1892/93) arbeitete Döring als Illustrator von Tierszenen und machte sich unter anderem mit der reichhaltigen Museumslandschaft der Stadt vertraut, so auch mit dem Metropolitan Museum of Art. Er begeisterte sich für die Bilder des holländischen Malers Anton Mauve, vor allem für dessen beeindruckende Darstellungen von Schafen als Einzeltiere und in Herden. Döring „verfiel“ in diesem Augenblick wohl tatsächlich den Schafen, so dass später dieses Tier zu einer Art Markenzeichen in vielen seiner Arbeiten wurde. Davon legt aktuell eine Ausstellung im Vineta-Museum Barth ein Zeugnis ab: „Schäferin in den Dünen von Prerow“, „Schafhirte in pommerscher Dünenlandschaft“, „Antike Hirten“ und „Schäfer mit Schafherde“ – großformatige Bilder zeigen Szenen aus dem Hirtenleben . Die Exposition, die bis zum Sommer zu sehen ist, macht gleichzeitig mit anderen Facetten von Dörings Kunst bekannt. Gezeigt werden Porträts sowie Zeichnungen und Ölbilder, die nach seinen zahlreichen Reisen entstanden.

Ein wichtiges Ereignis im Leben von Döring war 1896 die Hochzeit mit Dorothea Douzette und der damit verbundene Umzug von Berlin nach Barth auf Dauer. Dorothea war die Tochter von Louis Douzette (1834-1924 ).

Louis Douzette hatte ebenfalls in Berlin studiert, lernte die französische Pleinairmalerei (Freilichtmalerei) im berühmten Barbizon kennen und wurde später an die Berliner Akademie der Künste als Professor berufen. Ab 1895 bis zu seinem Lebensende wohnte er in Barth und richtete hier 1897 in seiner Villa zusammen mit seinem Schwiegersohn Döring eine Zeichenschule ein. Arbeiten von Douzette sind ebenfalls im Vineta-Museum zu sehen.

Adolf Gustav Döring, mittlerweile in der Boddenstadt fest verwurzelt, war dennoch immer wieder mit seiner Frau Dorothea auf abenteuerlichen Reisen unterwegs. Das Paar fuhr nach Ägypten und Ceylon, das heutige Sri Lanka, nach Schweden, Norwegen, Belgien, in die Niederlande und nach England. Die hier entstandenen Werke sind ein wichtiger Teil von Dörings umfangreichen Œuvre, ebenso wie die Küstenlandschaften vom Darß und Zingst. Auch darüber gibt die Exposition Auskunft in Grafik, Zeichnung und Radierung. Insgesamt sind etwa 100 Arbeiten von Döring in der Ausstellung zu sehen.

Darüber hinaus bietet das Museum in Barth noch mehr, denn die Exposition trägt den Namen „voll Schaf“ und widmet sich noch aus einer anderen Sicht diesem Tier, das nicht nur in der Kunst, sondern auch als domestiziertes Nutztier dem Menschen seit alters her vertraut war. Auch im Glauben fand es vielfältigen Ausdruck. Als „Lamm Gottes“ (Agnus Dei) verkörpert es seit dem 4. Jahrhundert den Kreuztod Christi, seine Passion und den Triumph der Auferstehung.

Auf zahlreichen Tafeln und Bildern wird im Museum zudem das Nutztier Schaf gewürdigt. Obendrein gibt es allerlei Produkte aus Schafwolle zu bewundern.



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