zur Navigation springen

Warlow 1936 : Als ein Dorf in Flammen aufging

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

33 Häuser wurden in Warlow komplett zerstört und damit auch Mecklenburgs schönste Bauerngehöfte vernichtet.

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2017 | 00:00 Uhr

Ein Dorfbrand größten Ausmaßes ereignete sich am 30. August 1936 in Warlow. Schon in Lübesse ließen die am Horizont aufsteigenden riesigen Rauchwolken erkennen, dass es sich hier um ein Großfeuer handelte. Wie die Presse damals berichtete, wurden beim Brand die schönsten Bauerngehöfte Mecklenburgs vernichtet.

Da fast alle Dorfbewohner auf dem Felde mit der Ernte beschäftigt waren, gab es zum Glück keine Menschenleben zu beklagen. Wie auch bereits bei der Lüblower und Göhlener Brandkatastrophe begünstigten ein starker Sturm und ungünstige Wasserverhältnisse die Ausbreitung des Brandes. Ausgebrochen war das Feuer nachmittags in dem strohgedeckten Wohnhaus des Büdners Hinrichs und breitete sich außerordentlich schnell über das ganze Gehöft aus. Der heftige Nordweststurm mit Windstärke 7 trug die Funken auf andere Gehöfte, so dass bald das ganze Süddorf in Flammen stand.

Vom Feuer erfasst wurden auch die Scheune des Schulgebäudes. Die Wohnhäuser der Bauern Gebert und Kähler konnten gerettet werden. Die meisten der 33 abgebrannten Wohn- und Wirtschaftsgebäude waren mit Stroh gedeckt. Dadurch konnte sich das Feuer ungeheuer schnell ausbreiten und die gesamten, erst eingebrachten Erntevorräte sowie die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte verbrannten. Großvieh wurde nicht gefährdet, da es auf den Koppeln weidete. Aus den zerstörten Wohnhäusern konnte nur sehr wenig gerettet werden. 30 Bewohner des Dorfes wurden obdachlos. Die Löscharbeiten mit Hilfe der elf Motorspritzen aus Warlow, Ludwigslust (3), Schwerin (3), Dömitz, Neustadt-Glewe, Grabow und Göhlen gestalteten sich außerordentlich schwierig. Durch den starken Sturm ging sogar eine der Strohmieten, die einige hundert Meter vor dem Dorf stand, plötzlich in Flammen auf. Von Augenzeugen wurde berichtet, dass vom Sturm brennende Strohbüschel bis in das acht Kilometer entfernt liegenden Dorf Techentin getragen wurden.

Da der Dorfteich unglücklicherweise am Eingang des Dorfes lag, während das Feuer am Ausgang des Dorfes ausgebrochen war, musste ein ungeheures Aufgebot an Schlauchleitungen gestellt werden. Die Wasservorräte des Dorfteiches waren bald erschöpft. Aus diesem Grund wurde die Schweriner Berufsfeuerwehr benachrichtigt. Mit ihr traf auch noch die Schweriner Feuerhilfe ein. Inzwischen war die Motorspritze der Fliegerhorstfeuerwehr Ludwigslust bereits zu der 1300 Meter entfernt liegenden Rögnitz gefahren, von wo sie über zwei zwischengeschaltete Wehren durch einige tausend Meter lange Schlauchleitungen das Wasser der Rögnitz nach Warlow pumpte. Jetzt konnten alle ihre Handdruckspritzen anschließen. Ermittlungen zur Entstehung des Feuers ergaben fahrlässige Brandstiftung.

Nach dem Feuer von Hornkaten und Göhlen war dieser Brand das traurigste Ereignis. Am hellen Tag bot das Dorf ein trostloses Bild der Verwüstung.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen