Maut auf Bundesstraßen

Ein Mautkontrolleur des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG). Foto: Archiv/Andreas Arnold dpa/lhe
Ein Mautkontrolleur des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG). Foto: Archiv/Andreas Arnold dpa/lhe

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31. Juli 2012, 06:42 Uhr

Potsdam | Auf 60 Kilometer Bundesstraßen in Brandenburg müssen Lkw-Fahrer von diesem Mittwoch an Maut entrichten. Es betrifft in Brandenburg die B 5 von Nauen bis zur Landesgrenze Berlin, die B 96 zwischen Oranienburg/Nord und Kreuz Oranienburg und zwischen der Landesgrenze Berlin und Rangsdorf und die B 101 zwischen Heinersdorf Birkholz und Thyrow. Bundesweit wird die Gebühr auf rund 1135 Kilometer Bundesstraßen fällig, die vierstreifig ausgebaut sind. Kritiker rechnen mit einem Verkehrskollaps, wenn Lkw-Fahrer, um Gebühren zu sparen, Autobahnen und Bundesstraßen meiden.

Der Landkreis Oberhavel, durch den die B 96 verläuft, befürchtet einen Dauerstau - mit allen Konsequenzen wie viel Lärm und hohen Abgasmengen. Landrat Karl Heinz Schröter (SPD) sieht Laster bereits geradewegs durch Oranienburg fahren, um die kostenpflichtige Ortsumgehung zu umgehen. "Das dauert zwar fünf Minuten länger", sagte er. Und die Ersparnis von etwa drei Euro bei einer Tour klinge unerheblich. "Doch bei mehreren Fahrten im Monaten kann ein schönes Sümmchen zusammenkommen", betonte er. Nach Ansicht von Schröter ist es Verschwendung von Steuergeldern, wenn der Bund erste eine Straße ausbaue, um sie dann mit einer Maut unattraktiv für Lkw zu machen. "Ich hoffe, dass das Problem erkannt wird", meinte er.

Das Brandenburger Infrastrukturministerium hat nach bisherigen Erfahrungen mit der Maut auf Autobahnen keine verstärkten Fluchten von den kostenpflichtigen Strecken bemerkt. "Auf gut ausgebauten Autobahnen fährt es sich eben besser", sagte eine Sprecherin.

Nun werden auch Rufe laut, noch mehr Strecken gebührenpflichtig zu machen. Die Ausdehnung der Lkw-Maut auf gut ausgebaute Bundesstraßen zum 1. August geht Verkehrs- und Umweltverbänden nicht weit genug. Die SPD will prüfen, ob in der nächsten Legislaturperiode ab 2013 alle Bundesstraßen einbezogen werden könnten.

Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) überwacht mit Kontrollfahrzeugen die Mautpflicht. Seit Start des Mautsystems wurden über 25 Milliarden Euro eingenommen.

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