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Warnowtunnel : Maut-Anstieg: OB Methling soll reagieren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker sind sauer: Die Maut für den Warnowtunnel wird wieder erhöht. Jetzt soll der Bürgermeister reagieren.

von
erstellt am 20.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Ansteigen soll die Gebühr für die Nutzung des Warnowtunnels zum 1. November dieses Jahres. Ein entsprechender Antrag ist beim zuständigen Verkehrsministerium in Schwerin eingereicht, wie Yvonne Osterkamp bestätigt. „Wir haben eine Berechnung vorgelegt. Die sieht gemessen über alle Tarife eine durchschnittliche Erhöhung von zirka 2,3 Prozent vor“, sagt die Geschäftsführerin der Warnowquerung GmbH & Co. KG. Diese Pläne haben jetzt eine heftige Diskussion im Hauptausschuss der Hansestadt Rostock ausgelöst, wie Sybille Bachmann, Vorsitzende der Bürgerschafts-Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, berichtet. So habe es einen einstimmigen Beschluss gegeben, dass sich Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) gegen eine Erhöhung der Maut für die Nutzung der Warnowquerung einsetzen möge.

Fraglich ist, ob ein solches Veto einen Einfluss auf die Entscheidung des Ministeriums ausübt, zumal Tunnel-Geschäftsführerin Osterkamp für eine höhere Maut wirtschaftliche Gründe sieht. „Wir müssen unsere Kreditlinien bedienen, wo jetzt neben den Zinsen auch die Tilgungen in einem ganz anderen Rahmen abgefordert werden“, sagt sie.

Der Warnowtunnel wurde 2003 als Deutschlands erstes privat finanziertes Straßenbauprojekt eröffnet und verbindet seitdem die Regionen östlich und westlich des Flusses. Betreiber ist die Warnowquerung GmbH & Co. KG, die zwei Gesellschafter besitzt. Die würden, so Osterkamp, frühestens im Jahr 2047 mit Gewinnen rechnen können.

Für die Geschäftsführerin ist die Erhöhung der Durchfahrtspreise unverzichtbar, weil nur so Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Tunnelbetriebes zu gewährleisten seien. Möglichkeiten zur Kosteneinsparung, beispielsweise beim Personal, sieht sie keineswegs. „Wir haben es geschafft, Mindestlöhne zu zahlen. Da würde ich gern lieber eher etwas draufpacken“, betont sie. Dass der Tunnel sein Engagement im Sponsoring für Sport, Kultur oder Schulen zurückdreht, darüber mag Yvonne Osterkamp ebenso wenig nachdenken.

Optimistisch stimmt sie, dass trotz der bisherigen Preisanstiege die Nutzungsfrequenz sogar angewachsen sei. „Im Vergleichszeitraum Januar bis Mai 2016 und 2017 können wir eine Steigerung von drei Prozent vorweisen“, bilanziert die Tunnel-Chefin, die weiter auf das Verständnis bei den Tunnel-Fahrern setzt. Doch die werden trotz aller Hintergründe und Zwänge wohl kaum darüber jubeln, dass sie tiefer in die Tasche greifen müssen.






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