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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 01:37 Uhr

Mathematik ist der große Scharfrichter

vom

svz.de von
erstellt am 05.Nov.2013 | 09:56 Uhr

Schwerin | Die Prüfung in Mathematik ist die größte Hürde vor einer guten Abiturnote. In keinem anderen Fach bekamen die Schüler im Durchschnitt so schlechte Zensuren wie in Mathe, sofern sie auf grundlegendem Niveau geprüft wurden. Und in keinem anderen Fach sind die Ergebnisse auf erweitertem Leistungsniveau so viel besser.

In den Matheprüfungen auf dem Basislevel erreichten die Schüler an den Gymnasien und den Gesamtschulen durchschnittlich 5,9 Punkte - eine knappe "Vier plus". Neun Schulen meldeten einen Prüfungs-Durchschnitt von weniger als vier Punkten ans Bildungsministerium - nicht einmal eine "Vier minus". Die Mathe-Asse hingegen bekamen bei den Prüfungen auf höherem Niveau im Schnitt fast vier Punkte mehr. In Deutsch und Englisch lag der Unterschied zwischen Grund- und Leistungsniveau nur bei ungefähr einem Punkt. Deutsch: 7,6 zu 8,6 Punkten, Englisch: 7,9 Punkte zu 9,0 Punkte.

Manche Schüler, Lehrer und Experten vermuten die Ursachen in der Abschaffung des Kurssystems. Früher belegten Schüler in ihren Lieblingsfächern Leistungskurse mit fünf Wochenstunden. Die anderen lernten in dem Fach in dreistündigen Grundkursen. Nun sitzen alle in einer Klasse, werden am Ende aber - je nach Wahl - auf Grundkurs- oder Leistungskursniveau geprüft.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) glaubt seit längerem, in Mathe gelinge es den Lehrern weniger als in anderen Fächern, die Schüler auf verschiedenen Niveaus zu unterrichten. Vermutlich wird mehr auf Leistungskurs gelehrt, was viele Schüler überfordert. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) räumt ein, dass es an den Gymnasien Zweifel gebe, "ob es der richtige Weg gewesen ist, die Aufteilung in Kurse aufzuheben". Allerdings gebe es keine Studie, die dies untermauert.

Der Minister vermutet, dass sich im Vergleich zu früheren Jahren mehr schwächere Schüler zum Abitur anmelden. Dann wäre es "eine denkbare Folge", dass der Abitur-Durchschnitt sinkt. Wer das Niveau der Abitur-Prüfungen nicht absenken will, müsse das in Kauf nehmen.

Und warum wirkt sich die höhere Beteiligungsquote von schwächeren Schülern nicht in Deutsch aus? Brodkorb: "Deutsch trainieren sie quasi nebenbei den ganzen Tag. Mathe hingegen ist viel lernabhängiger."

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