Robben und Schweinswale : Massensterben an der Ostseeküste

<p>Ein toter Schweinswal</p>

Ein toter Schweinswal

Die Tiere sind wahrscheinlich als Beifang im Meer ertrunken, so Dr. Timo Moritz vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund

svz.de von
02. August 2018, 11:59 Uhr

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund sieht sich mit einem ungewöhnlich hohen Aufkommen an toten Robben und Schweinswalen entlang der gesamten deutschen Ostseeküste konfrontiert. "Dass sich bei den in diesem Jahr gestiegenen Robbenbeständen auch eine höhere Zahl an Totfunden abzeichnet, kann man sich noch irgendwie erklären", sagt Fachbereichsleiter Timo Moritz vom Meeresmuseum. "Da haben wir schon einmal 40 bis 60 Kadaver im Jahr." Doch vor allem die außergewöhnlich hohe Zahl an toten Schweinswalen gibt den Forschern Rätsel auf. "Wir haben allein in der ersten Jahreshälfte fast 100 Schweinswale und Robben hier gehabt. Das ist schon jetzt mehr als im gesamten letzten Jahr".

Die Kadaver müssten nun in Stralsund untersucht werden, um die Todesursache herauszufinden. Zwar kämen viele Gründe für das massenhafte Sterben in Frage, doch eine Tendenz zeichne sich mittlerweile ab. Die Tiere seien wahrscheinlich nicht an verschluckten Plastikteilen verendet, verhungert oder an Überhitzung gestorben. Auch äußere Verletzungen kämen nur sehr selten vor. Stattdessen werde es immer wahrscheinlicher, dass die Robben und Schweinswale als Beifang in Fischernetzen gelandet seien und dort erstickten. "Das ist mutmaßlich der Grund. Und natürlich kommt kein Fischer zu uns und übergibt uns seinen toten Beifang. Wir erhalten unsere Informationen fast ausschließlich von Touristen, die uns die Funde über unsere App OstSeeTiere melden oder direkt anrufen."

Erst im Juni sorgte der Fund eines jungen Buckelwalweibchens vor Graal-Müritz für Aufsehen. Damals gelangte der Kadaver des großen Tieres zur Untersuchung in das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund, um den Körper zu obduzieren und Gewebeproben zu entnehmen. Doch der Befund der toxikologischen Untersuchung steht noch immer aus. Bis die Zahl der Todesfälle vor der deutschen Ostseeküste wieder sinkt, wird auch die toxikologische Untersuchung des jungen Buckewalweibchens von Graal-Müritz und damit eine endgültige Klärung seiner Todesumstände noch warten müssen.

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