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Sandsturm A19 in MV : Massenkarambolage: Mit Tempo 150 in die Sandwolke gerast

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anklageerhebung zwei Jahre nach Horror-Crash auf der Autobahn 19

Nach der Massenkarambolage in einem Sandsturm auf der Autobahn 19 bei Rostock im April 2011 will die Staatsanwaltschaft Rostock nach Informationen des „Spiegel“ mehrere beteiligte Autofahrer anklagen oder Strafbefehle gegen sie beantragen.

Bei dem Unfall waren acht Menschen getötet und 130 zum Teil schwer verletzt worden. Wie das Nachrichtenmagazin schreibt, sollen sechs Auto- und zwei Lkw-Fahrer trotz des Sandsturms mit mindestens 80 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen seien.

Fünf der Beschuldigten werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, einem weiteren fahrlässige Körperverletzung und zweien Gefährdung des Straßenverkehrs. Einer der Männer soll mit Tempo 150 in die Unfallstelle gerast sein.

Die Staatsanwaltschaft war gestern für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die Behörde hält es für belegt, dass die Sandwolke mindestens 600 Meter vorher zu sehen war. Trotzdem seien die Beschuldigten mit hoher Geschwindigkeit weitergefahren, anstatt das Tempo anzupassen. Die Sicht im Sturm sei extrem eingeschränkt gewesen.

Die Karambolage hatte sich am 8. April 2011 gegen 12.30 Uhr bei Kavelstorf unweit von Rostock ereignet. Insgesamt 83 Fahrzeuge waren ineinandergekracht. In Fahrtrichtung Rostock gerieten 17 Autos und drei Lkw in Brand, darunter ein Gefahrguttransporter. In der Gegenrichtung nach Berlin waren 23 Autos an dem Unfall beteiligt. Die Fahrbahnen glichen an der Unfallstelle einem Trümmerfeld. Mehrere Menschen wurden in ihren Autos eingeklemmt, sagte damals ein Polizeisprecher.

Die Autos waren mit einer solchen Wucht ineinander gekracht, dass einige bis 50 Meter entfernt von der Fahrbahn auf dem Feld liegen blieben. An dieser Stelle der Autobahn 19 war die Geschwindigkeit freigegeben.

Unfallursache war Sand, den ein heftiger Wind von Feldern am Autobahnrand auf die vierspurige Fahrbahn geweht hatte und der den Autofahrern die Sicht nahm.

In der Nähe des Unfallorts gab es damals frisch gepflügte Felder. Tagelang hatte es nicht geregnet. Die Sichtweite soll zum Unfallzeitpunkt weniger als hundert Meter betragen haben. Durch den aufgewirbelten Sand lag die Sichtweite auch nach der Karambolage stundenlang noch unter 50 Meter.

 

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