Diebe in Malchow - Fahndung läuft : Maskierte Räuber sprengen Geldautomaten

<strong>Vollkommen zerstört wurde der Geldautomat, </strong>aus dem die Geldkassetten entwendet wurden. <foto>Petra Konermann </foto>
Vollkommen zerstört wurde der Geldautomat, aus dem die Geldkassetten entwendet wurden. Petra Konermann

Erst Banzkow, dann Bützow und Crivitz jetzt Malchow: Unbekannte Täter haben am frühen Freitagmorgen einen Geldautomaten in gesprengt. Verletzt wurde niemand. Die Täter flüchteten mit mehreren tausend Euro.

svz.de von
07. März 2013, 03:34 Uhr

Malchow | Gabriele Schröder ist geschockt. "Das gibt es doch nicht", sagte die Malchowerin, die gestern nur ganz schnell Geld abholen wollte, um einkaufen zu gehen. Doch mit dem Bargeld wurde es erst mal nichts. Nur wenige Stunden zuvor, laut Polizei um 2.11 Uhr, hatten Täter den Raiffeisen-Geldautomaten in der Stadt gesprengt und das Geld entwendet. Die Wucht der Explosion hat nicht nur den Geldautomaten im Inneren der Bank zerrissen, sondern auch zwei Fenster des Gebäudes zerstört. Die Täter, laut Polizeiangaben mehrere Maskierte, konnten mit einem gestohlenen schwarzen Mercedes, einem Stufenheckmodel, fliehen - samt der Beute, die auf mehrere tausend Euro beziffert wird. Fahnungsmaßnahmen blieben laut Polizei bislang erfolglos.

Kein Einzelfall: Erst Anfang November erbeuteten Unbekannte in Banzkow bei Schwerin auf ähnliche Weise eine fünfstellige Summe Bargeld. Fünf Monate zuvor hatte die Sprengung eines Geldautomaten der Raiffeisen-Bank im Bützower Famila-Markt für Aufsehen gesorgt. Die Angreifer warfen mit einem Gullydeckel die Scheibe ein und sprengten den Automaten der VR-Bank. Anfang Dezember vorigen Jahres wurde an einer Tankstelle in Crivitz ebenfalls einen Automaten gesprengt. Die Täter erbeuteten damals mehrere tausend Euro und richteten hohen Sachschaden an.

In Malchow blieb Hausmeister Enrico Heinze gestern nur, die zerborstenen Scheiben zusammenzufegen. "Was soll man machen bei so einer schrecklichen Sache", fragte er. Zunächst sprachlos war auch Helmut Dommel, Vorstand der Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte. Nachts um 3 Uhr hatte er gestern von dem Angriff auf die Malchower Filiale erfahren und sich sofort auf den Weg in die Inselstadt gemacht. 46 Jahre sei er jetzt Banker, 20 davon in Waren, aber "so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Dommel. Froh ist er vor allem darüber, dass bei der Explosion niemand zu Schaden gekommen ist: "Das ist die Hauptsache." Helmut Dommel weiß: Der Termin des Überfalls ist nicht zufällig gewählt. Schließlich erhalten viele Bankkunden zum Monatsende ihr Geld. "Das ist natürlich kein Geheimnis", sagte der Warener.

Gegen 6 Uhr gestern morgen wurde in der Hauptstelle der Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte in Waren ein Krisenstab gebildet, der an der Bewältigung der Schäden arbeiten soll. Und die sind erheblich. Dennoch: "Es ist zwar ein ehrgeiziges Ziel, aber wir wollen, dass schon am Montag die Malchower Filiale wieder ihre Arbeit aufnehmen kann", so Dommel. Ein glücklicher Umstand sei es, dass in Waren ein Geldautomat bereit stehe, der woanders eingesetzt werden sollte, nun aber seinen Platz in Malchow erhalten werde.

Die Polizei ermittelt nun, ob die Tat in Malchow im Zusammenhang mit ähnlichen Bankraubüberfällen im Lande besteht. Sie hofft auf Unterstützung der Bürger.

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