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Kinderimpfungen : Masern: Impfquote doch nicht so gut?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erst beim Schutz der Schulanfänger ist das Land Spitze – davor hapert es

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Jahrelang rühmte sich Mecklenburg-Vorpommern damit, die bundesweit höchste Masernimpfquote bei Kindern zu haben. Doch eine aktuelle Erhebung des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) ergibt ein differenzierteres Bild.

Danach haben bundesweit nur 86,6 Prozent der Kinder im Alter von einem und einem viertel Jahr eine erste Masern-Impfdosis erhalten. In Mecklenburg-Vorpommern sind es sogar nur 85,9 Prozent der 15 Monate alten Kinder. Das ist das drittschlechteste Ergebnis aller Bundesländer, deren Gesamtdurchschnitt vor allem durch Sachsen gedrückt wird, wo nur 73,5 Prozent der Kleinkinder dieses Alters vor Masern geschützt sind.

Generell ist nach Auswertungen des RKI die Bereitschaft der Eltern, ihre Kleinkinder gegen Masern impfen zu lassen, in Ostdeutschland schlechter ausgeprägt als in den alten Bundesländern, wenngleich sie mit zunehmendem Alter der Kinder steigt. Gründe kennt auch das Institut nicht, das müsse weiter untersucht werden, so eine Sprecherin. Gewöhnlich seien die Impfquoten in Ostdeutschland besser, was sich auf die in der DDR für viele Krankheiten geltende Impfpflicht zurückführen ließe.

Im Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommerns weist man darauf hin, dass das Land bei Schulanfängern Spitzenwerte bei den Quoten sowohl für die erste als auch für die zweite Masernimpfung erreicht. Das bestätigen auch die Zahlen des RKI: 98,4 Prozent der Mädchen und Jungen, die hier eingeschult werden sollen, haben die erste, 95,7 Prozent auch die zweite Masern-Immunisierung erhalten. Als einziges Bundesland liegt MV damit bei der zweifachen Schutzimpfung über der wichtigen 95-Prozent-Quote. Sie ist laut RKI Voraussetzung, um das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erreichen, die gefährliche Kinderkrankheit bis zum Jahr 2020 auszurotten. Allerdings: Die mindestens 95-prozentige Durchimpfung muss für alle Altersgruppen durchgesetzt werden – davon ist Deutschland, auch Mecklenburg-Vorpommern noch weit entfernt. Ein nationaler Aktionsplan zielt jetzt darauf ab, dass bis Ende 2016 im bundesweiten Durchschnitt und bis Ende 2017 in jedem Bundesland über 95 Prozent der 15 Monate alten Kinder gegen Masern geimpft werden. Das sind die Kinder, die in den nächsten Monaten geboren werden.

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